Forderung nach Datenschutz bei Suchmaschinen

Wenn man es liest, mag so manchem Datenschützer zunächst einmal das Herz aufgehen: Die Europäische Union fordert von den großen Suchmaschinenanbietern erneut mehr Datenschutz ein.

So hat die “Article 29 Working Party” (oder kurz WP29) eine Datenschutzgruppe der EU, welche sich bereits seit mehreren Jahren mit dem Datenschutzgebaren der Suchmaschinbetreiber befasst, nun erneut die führenden Unternehmen Google, Microsoft und Yahoo! ermahnt, die Privatsphäre der Anwender stärker zu respektieren und entsprechend zu handeln.

Konkret gefordert werden von der WP29, die Anonymisierung der Suchmaschinen-Nutzerdaten auf den Servern nach sechs Monaten, sowie die Zuordnung von Benutzer und Suchanfrage zu verhindern und die Bereitschaft zur Überprüfung dieser Maßnahmen durch einen unabhängigen Datenschutzexperten.

Eine schriftliche Aufforderung dieser Art ist sicher sinnvoll, dass sie jedoch ausreichend Druck ausübt um die Unternehmen zu entsprechenden Änderungen zu veranlassen, muss allerdings leider stark bezweifelt werden.

Wie gegenwärtig die Diskussionen um Google Street View und Facebook zeigen, ist es meist konstante Berichterstattung über entsprechende Proteste, welche aus wirtschaftlichen Überlegungen zum Einlenken der betreffenden Unternehmen führt.

Bis es bei Bing, Google und Yahoo! zu Änderungen kommt, dürfte vermutlich noch einige Zeit vergehen. In der Zwischenzeit muss der Benutzer seine Daten eben den datenschutzfreundlicheren Konkurrenten wie etwa Ixquick und Metager2 anvertrauen.

Kommentare sind geschlossen.