Archiv für Juni 2010

Googles Etappensieg im Viacom-Prozess

Donnerstag, 24. Juni 2010

Im seit 2007 laufenden Rechtsstreit zwischen Google, als Eigentümer des Videoportals YouTube und dem Medienkonzern Viacom, zu dem unter anderem der Musiksender MTV gehört, ist es nach jahrelangem hin und her zumindest zu einem Etappensieg gekommen.

Ein US-Gericht wies die Klage von Viacom, Google sei nicht ausreichend gegen den Upload urheberrechtlich geschützten Materials vorgegangen. Als Begründung für das Urteil führte das Gericht den “Digital Millenium Copyright Act” (DMCA) an, der bei Kooperation mit den Rechteinhabern und der zeitnahen Löschung des Materials, die Straffreiheit des Anbieters garantiert.

Beinahe unnötig zu erwähnen, dass Viacom Berufung einlegen will, um die geforderte Schadensersatzleistung in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar einzuklagen. ;)

Bing Multimedia

Mittwoch, 23. Juni 2010

Microsoft hat seine Suchmaschine Bing nicht lediglich um einige neue Funktionen erweitert, vielmehr mausert sich die Suche auch zunehmend zu einer Art Multimediacenter.

So finden sich in der US-Version nun eine Videospiel-Datenbank mit Informationen, Tipps und Tricks, sowie etwa 100 “Casual Games” die man den Benutzern als Alternative zu Spielen aus zweifelhaften Quellen anbietet.

Für US-Nutzer der Suchmaschine bietet das neue Feature Bing Movies nicht nur eine einfache Programmzeitschrift, vielmehr gibt es ein TV-Serien-Archiv in dem man die entsprechenden Folgen und Episoden ansehen kann (teilweise sogar hochauflösend).

Es bleibt also spannend, wie sich Bing auch für europäische Nutzer entwickeln mag.

Firefox-Update setzt Neuerungen um

Mittwoch, 23. Juni 2010

Obwohl der Versionsnummernsprung nichts großes verheißt – das Update von Firefox 3.6.3 auf 3.6.4 setzt eines der lang erwarteten Features um.

Mit der aktuellen Version unterstützt der Browser nun die “Out of process Plugins” (OOPP). Durch die Trennung von Plugin-Prozessen und dem sonstigen Browser, soll die Funktionsfähigkeit des Firefox auch bei Problemen mit Plugins wie etwa Adobe Flash oder Apple Quicktime erhalten bleiben. Durch erneutes Laden des betroffenen Tabs kann das Plugin wieder aktiviert werden.

Dennoch weist auch die neuste Firefox-Version Mängel auf, zumal noch nicht klar ist, wie sich das OOPP bewähren wird. Zwar wurden beim Update insgesamt sieben kritische Sicherheitslücken geschlossen – eine Schwachstelle die mindestens bereits seit Dezember 2009 bekannt ist, bleibt jedoch entgegen entsprechenden Erwartungen weiterhin ungefixt.

Microsofts Bingwerbung spendet für Retweet

Mittwoch, 23. Juni 2010

Dass man nützliche Online-Angebote auch mit dem Pfadfinder-Motto “jeden Tag eine gute Tat” verbinden kann – für diese Ansicht sprechen verschiedene Dienste, von denen einer der bekanntesten die “Öko-Suchmaschine” Ecosia sein dürfte.

Dieses Konzept lässt sich außerdem hervorragend für die Eigenwerbung nutzen, wie jetzt erneut durch Microsoft gezeigt wurde.

Der Softwareriese aus Redmond erklärte, man werde für jeden erfolgten Retweet einer bestimmten Meldung 10 Dollar in ein vom bekannten US-Moderator Larry King unterstütztes Hilfsprojekt gegen die aktuelle BP-Ölpest einzahlen.

Was dabei die Werbung angeht: Selbstverständlich findet sich auch ein Link zu Microsofts Suchmaschine Bing im Tweet. ;)

Hack israelischer Twitter-Accounts

Dienstag, 22. Juni 2010

Das politische und religiöse Extreme auch vor dem Internet nicht halt machen ist bekannt und auch wenn das Netz keineswegs ein einziger Morast aus moralisch und rechtlich zweifelhaften Inhalten ist, wie oft vermittelt wird, so muss jedoch auch eingestanden werden, dass neben demokratischem Netzaktivismus auch andere Aktionen stattfinden.

Im aktuellen Fall wird es wohl die einseitige Berichterstattung über die vermeintliche Hilfslieferung in den Gaza-Streifen gewesen sein, welche zu einem Hack mehrerer Twitter-Accounts führte. Die Vermutung eines politischen Hintergrunds liegt nahe, da sich eine türkische Gruppe zum Angriff bekannte und ersten Informationen zufolge vor allem israelische Nutzerkonten betroffen sein sollen.

Auf welche Art der Angriff ausgeführt wurde, ist bislang noch unklar.

Technikfeindlicher Bundestag

Dienstag, 22. Juni 2010

Wie technikaffin ist die Bundesregierung? Angesichts mancher Entscheidung zur Überwachung der Telekommunikation gab es bereits ernste Zweifel.

Wie nun bekannt wurde, kann die Nutzung moderner Technologien sogar einen Bundestagsabgeordneten in Schwierigkeiten bringen – und das nicht etwa, weil nach britischem Vorbild Mobilgeräte mit sensiblen Daten verloren gegangen wären.

Jimmy Schulz, Abgeordneter der FDP hatte es vorgezogen, das Material für seine Rede auf einem Mobilgerät – dem Apple iPad – zu speichern, um es während seines Vortrags zu nutzen.

Nach seinen Angaben habe ihn einer der Bundestagspräsidenten darauf hingewiesen, dass es sich bei der Nutzung eines Computers um einen Verstoß gegen geltende Vorschriften gehandelt habe. Als Resultat befasst sich nun der Geschäftsordnungsausschuss mit dem Geschehnis.

Jimmy Schulz erklärte, das Computerverbot müsse aufgehoben werden, auch die FDP als Partei setze sich für eine Modernisierung ein, denn es müsse jedem klar sein, dass das Zeitalter von Telefax und Telex vorbei seien.

US-Gründe für Internetüberwachung

Montag, 21. Juni 2010

Dass internationale Vorstellungen von Umfang und Art des Datenschutzes stark voneinander abweichen können ist nichts neues, ein aktueller Fall verdeutlicht dies jedoch noch einmal.

Während hierzulande die Serverkapazitäten von Google und der dort gespeicherten Daten durchaus kritisch gesehen werden und immer mehr Stellen juristische Schritte gegen Projekte von Google Streetview androhen, sieht die Situation in den USA anders aus.

Dort geht es jedoch nicht um Server oder Webspace, sondern um andere Szenarien. So erklärte die Ministerin des Department of Homeland Security, Janet Napolitano in einer Rede, das Internet bedürfe stärkerer Überwachung.

Als Begründung führt die Heimatschutz-Ministerin den Umstand an, dass zunehmend mehr Mitglieder terroristischer Netzwerke bereits innerhalb der USA angeworben würden und zwar hauptsächlich über das Internet.

Die Überwachung des Internets sei somit notwendig um die Sicherheit im Inneren der USA zu schützen, hatten sich doch bislang die meisten Maßnahmen der Terrorabwehr vor allem auf eine von außen kommende Bedrohung gerichtet.

Zwar betonte sie, eine Erhöhung der Sicherheit der Bürger müsse nicht zwangsläufig mit Einschnitten in der Privatsphäre und der Verletzung von Persönlichkeitsrechten einhergehen – angesichts diverser Anti-Terror-Gesetze der vorigen US-Regierung darf man die Dauerhaftigkeit der Richtigkeit solcher Aussagen durchaus bezweifeln.

HTTPS-Firefox-Addon

Montag, 21. Juni 2010

Bereits am Ende vergangener Woche war es mehrfach vorgestellt worden – das neue HTTPS-Addon der Electronic Frontier Foundation (EFF). Die Funktion der noch in der Beta-Phase befindlichen Erweiterung für den Browser Mozilla Firefox besteht darin, die Verbindung zu Webseiten per SSL zu verschlüsseln.

Bislang wird dies bei prominenten Webseiten wie etwa dem Mikrobloggingdienst Twitter, oder dem sozialen Netzwerk Facebook unterstützt.

Die EFF weist jedoch auch darauf hin, dass dieses Add-On kein Rundum-Sorglos-Paket ist, denn weder wird die IP anonymisiert, noch die vom Browser übermittelten Daten verschleiert. Lediglich die Verbindung zum Server wird verschlüsselt, so dass Dritten das Abfangen übertragenen Daten, wie etwa Suchanfragen oder Passwörtern erschwert wird.

Auch werden nicht alle Zertifikate erkannt, so dass beizeiten die manuelle Bestätigung des Nutzers vonnöten ist, bevor die Webseite aufgerufen wird.

Dennoch ist das Add-On durchaus sinnvoll, erspart es dem bekanntermaßen faulen Durchschnittsnutzer das manuelle austesten, ob eine Seite auch über HTTPS aufgerufen werden kann.

US-Sorgen über ICQ-Kriminelle in Russland

Donnerstag, 17. Juni 2010

Zwar ist der eiserne Vorhang gefallen – besonders Diskrepanzen zwischen den USA und Russland bestehen jedoch weiterhin, was auch für das Internet und themenverwandte Gebiete wie Raubkopien und Computerkriminalität gilt.

Nun äußern sich US-Strafverfolgungsbehörden besorgt über den Aufkauf des Instant Messaging Dienstes ICQ, der sich bislang im Besitz von America Online (AOL) befand, durch einen russischen Investor.

Durch die mögliche Auslagerung der ICQ-Server nach Russland, ist der Zugriff auf die dort gespeicherten Daten, vor allem die Chat-Protokolle nicht mehr ohne weiteres möglich.

Da nach Angaben der US-Behörden, der Dienst nicht nur in Russland allgemein besonders beliebt ist, sondern angeblich auch eines der meist genutzten Kommunikationsmittel von Kriminellen ist, wird in dem befürchteten Serverumzug ein Sicherheitsrisiko gesehen, dass künftige Ermittlungen der USA  deutlich erschweren wird.

Opera künftig auch mit Bing

Donnerstag, 17. Juni 2010

Eine interessante Allianz hat sich zwischen dem norwegischen Browseranbieter Opera und Microsoft angebahnt, obwohl die Beziehungen der beiden Unternehmen bislang alles andere als freundschaftlich waren und man auch juristisch auf Kriegsfuß stand.

Nun hat jedoch Opera die Microsoft-Suchmaschine Bing in seinen Browser übernommen, so dass ab der kommenden Version, in der Auswahl der Suchleiste auch Bing vertreten sein wird.

Grund dieser Maßnahme, die für Microsoft genauso wie für die Konkurrenz, nicht billig gewesen sein wird, ist der Versuch größere Popularität und Akzeptanz bei den Nutzern zu finden.