Archiv für Mai 2010

Weave wird Sync

Mittwoch, 26. Mai 2010

“Sag mir deinen Namen und ich sag dir, wer du bist”- dieser Devise scheint man bei Mozilla folgen zu wollen und änderte den Namen des bislang als “Weave” bekannten Browser-Synchronisierungsprogramms in “Firefox Sync“.

Das macht durchaus Sinn, ist doch die Funktion der Firefox-Erweiterung durch den neuen Namen offensichtlicher. Gleichzeitig soll noch vor Ablauf des Monats, also in wenigen Tagen, die offizielle Version mit der Versionsnummer 1.3 veröffentlicht werden, welche dann auch Änderungen in der Bedienung mit sich führen soll.

Man darf also gespannt sein, was sich Mozilla da zusammengesponnen bzw gewoben hat. ;)

Pakt zwischen Nokia und Yahoo

Dienstag, 25. Mai 2010

Während Yahoo! immer wieder Kritik an der Planlosigkeit von Konkurrenten übt, scheint man selbst genau zu wissen was man will.

Nach dem erfolgreichen Abkommen mit Samsung, ist nun mit dem bereits seit fünf Jahren kooperierenden finnischen Mobiltelefon-Anbieter Nokia eine  verstärkte strategische Partnerschaft vereinbart worden, deren Umsetzung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Inhaltlich betrifft die Kooperation vor allem das Ovi-Portal von Nokia. Mailangebot und Messengingdienste sowie namentlich ungenannte Dienste der Internet-Plattform sollen von Yahoo! übernommen werden, was durchaus vernünftig erscheint, verfügt das Unternehmen doch über ausreichend Erfahrung.

Im Gegenzug profitiert Yahoo! vom Navigationsservice Ovi Maps. Der Nokia-Routenplaner, dessen Datenbestand durch den Aufkauf des US-Kartendatenanbieters Navteq im vergangenen Jahr aufgewertet worden war, darf somit künftig exklusiv von Yahoo! verwendet werden.

Die Erwartungen beider Parteien sind klar: Nokia will als weltgrößter Smartphone-Hersteller nun auch Fuß in den USA fassen, während es Yahoo! offensichtlich um Erschließung größerer Nutzerkreise geht.

Eine gemeinsame Yahoo!/Ovi User-ID welche den Zugang zum jeweiligen Dienst erleichtert, soll bis spätestens Ende des Jahres umgesetzt sein, um die Kooperation so schnellstmöglich populär zu machen

Erwartungsgemäß schweigen beide Parteien über die finanziellen Hintergründe der Partnerschaft.

Zurückhaltung bei Twitterwerbung

Dienstag, 25. Mai 2010

Viele Nutzer des populären Mikroblogging-Dienstes Twitter werden die Entscheidung der Unternehmensspitze mit Erleichterung aufnehmen, bis auf weiteres keine Fremdinhalte in Form von Tweet-Werbung einzubinden.

Lediglich die bereits bekannten “Promoted Tweets” würden weitergeführt, eine Werbung durch andere Anbieter in Form bezahlter Tweets werde es nicht geben. Allerdings könnten interessierten Unternehmen dafür künftig andere Möglichkeiten geboten werden, um die potentiellen Kunden unter den Twitter-Nutzern mit ihren Produkten zu erreichen.

So wären etwa in Zukunft die “Annotation“-Funktion, also das hinzufügen von Informationen zu einem Tweet in Form einer “Anmerkung”, eine denkbare Option. Auf diese Weise wäre es dann durchaus möglich zu werben, ohne deswegen auf das bekannte Anzeigenmodell zurückgreifen zu müssen.

In welcher Weise Twitter sich langfristig regelmäßige Einnahmen sichern will, ist ,bei so viel Rücksicht gegenüber den Anwendern, allerdings noch nicht ersichtlich.

Verteidigung der Messenger

Dienstag, 25. Mai 2010

Wenn es auch Dienste wie Google Wave sind, denen von ihren Entwicklern bereits von Beginn an attestiert wird, bei dem neuen Angebot werde es sich um die Kommunikationsform handeln, die der E-mail, oder sogar dem Instant Messaging den Todesstoß versetzt, sieht die Realität anders aus.

Tatsächlich berichtet das englische BBC News Magazine darüber, dass sich die klassischen Messenger auf dem Rückzug befinden. Eine der Ursachen hierfür ist die Verbindung von SMS mit Twitter. Während Messenger es erforderlich machen, an einem PC mit Internetverbindung zu sitzen, ist etwa das twittern auch von Mobilgeräten aus möglich.

Doch ist diese Entwicklung wirklich ein brauchbarer Abgesang auf die Messenger alter Schule?

Zumindest das Potential von Jabber (XMPP) ist technisch längst noch nicht ausgeschöpft, darüber hinaus bietet es einen weiteren Vorteil: es ist dezentral organisiert.

Denn genau dieses Problem haben die scheinbaren modernen Alternativen: Twitter und Co mögen zwar mobil nutzbar sein – die Nutzerdaten sind dagegen äußerst statisch. Sie befinden sich schließlich fest in der Hand der Unternehmen, denen die Dienste gehören und auf deren Servern sie gespeichert sind. Dort sind sie ein potentielles Ziel für Kriminelle – und bisweilen agieren die Eigentümer dieser Dienste bei der Datenweitergabe nicht weniger kriminell.

Lange Rede, kurzer Sinn: Seinen Messenger einzustampfen nur weil es Twitter und Facebook gibt ist vom Standpunkt des Online-Datenschutzes aus keine brauchbare Option, der Wechsel eines bisherigen Dienstes zu Jabber dagegen schon. ;)

Zurücklehnen mit YouTube

Freitag, 21. Mai 2010

Mit YouTube Leanback wurde vom Produktmanagement der Google-Tochter eine Funktion vorgestellt, die sich noch in der Entwicklung befindet und als Endergebnis einen konstanten Video-Flow ermöglichen soll.

Somit scheint Leanback ein Feature zu sein, dass sich an die Couch Potato richtet: anstatt selbst nach neuen Videos suchen, oder die eigene Playlist aufstocken zu müssen, wird ein Stream aufeinander folgender Videos geboten, der sich inhaltlich an den Interessen des Nutzers orientiert.

Wen das ganze “zurück lehnen und berieseln lassen” an das gute alte Fernsehen erinnert, liegt damit auch gar nicht so falsch, scheint die Funktion, von der bereits eine Beta-Version erwartet wird, doch vor allem für Googles ehrgeiziges Projekt des Google TV geeignet zu sein (wobei selbstverständlich nichts dagegen spricht, sich auch am heimischen PC bestreamen zu lassen ;) ).

Wann Google Leanback in finaler Version verfügbar ist, steht noch nicht fest.

Diskussionen um Googles offenen Codec

Donnerstag, 20. Mai 2010

Abseits von der Diskussion um Googles Datenschutzpolitik, unterstützt das Unternehmen nicht nur mit dem “Google Summer of Code” Projekte mit quelloffenen Inhalten.

Googles neustes Ergebnis ist ein quelloffenes Video-Containerformat namens WebM, wobei der darin enthaltene Audio-Codec Vorbis manchen Benutzern sogar schon einmal begegnet sein könnte. Der verwendete Video-Codec VP8 entstammt der Übernahme des Unternehmens On2 Technologies.

Das brisante daran: WebM und damit VP8 dürfte bald größere Bekanntheit erreichen, will der Suchmaschinenriese das neue Videoformat doch auf seiner Videoplattform YouTube einsetzen. Auf diese Weise wird ein direkter Schlag gegen die bisher bekannten Flash-Videos, bzw. den dahinter stehenden Codec H.264 von Adobe geführt.

Da alle großen Browser-Anbieter Apple (Safari), Google (Chrome)  Microsoft (Internet Explorer) Mozilla (Firefox) und Opera (gleichnamig) planen, künftig Videos anhand der neuen Möglichkeiten von HTML5 direkt in den Browser zu integrieren und so Plugins wie etwa Flash überflüssig zu machen, ist es nun von Bedeutung für welche freien bzw unfreien Codecs sich diese entscheiden. Diesbezüglich laufen aktuell entsprechend heiße Diskussionen.

Entwicklerversionen von Firefox, Opera und Google unterstützen bereits das neue Format, Microsoft will zwar keine direkte Integration in den IE 9, bei einer Installation des Codecs auf dem System werde der Internet Explorer diesen auch verwenden.

Facebooker zur Flucht bereit

Donnerstag, 20. Mai 2010

Der Datenschutzkonflikt um die Social Community Facebook könnte möglicherweise ernsthafte Konsequenzen für die Nutzerzahlen des Netzwerks haben, auch wenn Experten einen wirklichen Datenschutz-Exodus bezweifeln.

Zumindest in einer Umfrage von Sophos zeigten sich die Facebook-Nutzer durchaus entschlossen. Insgesamt 60 Prozent der 1588 befragten Nutzer sehen in der Löschung ihres Accounts eine mögliche Option und denken darüber nach. Ganze 16 Prozent der Befragten hatten dem Netzwerk bereits den Rücken gekehrt Lediglich eine Minderheit, nämlich gerade einmal jeder Vierte, sieht praktisch keine Notwendigkeit, sich mit den Möglichkeiten einer Löschung zu befassen.

Ursache dieser Entschlossenheit ist dagegen die Unentschlossenheit bzw. Unsicherheit, welche Einstellungen den größtmöglichen Schutz der Privatsphäre bieten. Eine restriktive Konfiguration des Benutzerkontos als Standard, bei der die Ausnahmen vom Benutzer selbst gesetzt werden müssen, wäre zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Problematisch ist diese Methode jedoch durch die Tatsache, dass gerade eher unbedarfte Internetnutzer das gedankenlose “Ich stimme zu” gewohnt sind und die selbst zu wählenden Einstellungen als zu lästig und unpraktisch empfinden könnten.

Andererseits werden auch neue Angebote wie Facebooks Mobilwebseite wird die wirklich entschlossenen Nutzer nicht vom Austritt abhalten.

Die bequemste und einfachste Lösung für die Sicherheit persönlicher Daten bei Facebook & Co ist und bleibt es nun einmal, diese Dienste gänzlich zu meiden und gar nicht erst einen Account zu erstellen. ;)

Google mit CSS-Webschriften

Donnerstag, 20. Mai 2010

Viele Gehversuche im Bereich der Webseiten bestachen vor allem aus drei Dingen: unmöglichen Farbkombinationen, blinkenden Grafikelementen und unsäglichen Schriftarten.

Ob Google mit der jetzt vorgestellten Kombination aus dem hauseigenen Font Directory und dem  Google Font API Mut zur Hässlichkeit beweist, oder ob die zahlreichen Texte im Netz durch Googles Ausnutzung der Möglichkeit, die sich durch das in CSS3 gebotene @font-face ergeben, tatsächlich attraktiver werden, hängt im Wesentlichen vom Nutzungsgrad und dem guten Geschmack der Webdesigner ab.

Positiv bleibt definitiv zu erwähnen, das alle dort verfügbaren Schriften quelloffen sind und somit auch außerhalb von Googles Angebot verfügbar.

Wünschenswert wäre, wenn zumindest durch einige der “CSS-Schriftarten” die Accessibility von Inhalten für sehbehinderte Internetnutzer verbessert werden könnte.

Wikileaks wieder voll da

Mittwoch, 19. Mai 2010

Die Meldungen über das Whistleblower-Portal Wikileaks überschlagen sich geradezu – dabei geht es im Prinzip immer um den selben Sachverhalt.

Wikileaks ist nach einem sechsmonatigen Spendenaufruf wieder vollständig verfügbar, das gesetzte Ziel von  600,000 Dollar wurde erreicht.

Außerdem will das Portal nun auch für eine stärkere Präsenz von Material in etablierten Medien und die Einbindung des klassischen Journalismus sorgen. Erreicht werden soll dies durch eine Funktion, die es Whistleblowern ermöglicht, ihr Material gezielt einem bestimmten Medium bzw einer bestimmten Redaktion zukommen zu lassen.

Die Exklusivität einer Meldung ist wiederum für die Nachrichtenportale ein stärkerer Anreiz, sich mit den Hintergründen einer Meldung zu befassen und deren Wahrheitsgehalt durch eigene Recherchen zu überprüfen.

Ob das Konzept erfolgreich sein wird und die Aufforderung zur engeren Zusammenarbeit der Journalisten mit Wikileaks erfolgreich sein wird, muss sich erst noch zeigen.

Wikitrubel um Wales

Mittwoch, 19. Mai 2010

Bei der Wikimedia und ihren Projekten sollte es eigentlich um die Inhalte gehen und weniger darum, von wem sie gelöscht werden.

Tatsächlich hatte sich Wikipedia-Gründer Jimmy Wales einiger Kritik ausgesetzt gesehen, die auf seine Entscheidung zurückzuführen war, Material zu entfernen, oder dessen Entfernung in Auftrag zu geben, dass er als pornographisch ansah.

Nun lässt sich über Kunst ja bekanntlich streiten, tatsächlich ging es soweit, dass Fox News berichtet hatte, Wales habe als Reaktion auf seine “Gründer“-Privilegien im Projekt verzichtet.

Das erwies sich zwar als falsch wie Jay Walsh, Sprecher der Wikimedia-Foundation in einem entsprechenden Blogbeitrag klarstellte – jedoch ist hier definitiv der Wunsch der Vater des Gedankens.

Tatsächlich besteht der Wunsch vieler Mitglieder darin, Jimmy Wales möge den “Founder“-Status aufgeben (ein diesbezüglicher Vorschlag erhielt 394 positive und lediglich 122 negative Stimmen).

Wie sicher Wales in seinem Stuhl sitzt kann also definitiv noch nicht gesagt werden, der Konflikt zeigt jedoch wie wichtig Kommunikation, auch über so unliebsame Themen wie erotische Darstellungen, im Netz ist.