Archiv für Mai 2010

Ein Google Maps Unfall

Montag, 31. Mai 2010

Berichte über Fahrzeugführer die von ihrem Navigationssystem in die Irre geleitet wurden und sich bisweilen auch in unangenehmen Situationen wiederfanden, hat sicher jeder schon einmal gehört oder gelesen.

In einem aktuellen Fall aus den USA ist es jedoch kein Fahrzeug, dass in die Irre geführt wurde, vielmehr hatte sich die Fußgängerin Lauren Rosenberg,  in Utah die von ihr zurückzulegende Strecke per Google Maps auf ihrem Blackberry anzeigen lassen – und ist dieser offenbar sklavisch gefolgt. :-|

Auch als Google Maps sie über einen anscheinend viel befahrenen Highway ohne Fußgängerübergang lotsen wollte, versuchte sie ihr Glück – und wurde prompt überfahren.

Während standardmäßig ein Warnhinweis bei riskanten Passagen eingeblendet wird, behauptet Frau Rosenberg jedoch, der entsprechende Hinweis sei auf ihrem Blackberry nicht eingeblendet worden und fordert nun Schadensersatz in Höhe von 100.00 US-Dollar.

Ob die entsprechende Klage Erfolg haben wird, kann zumindest bezweifelt werden.

Versand von SMS auf Deutschlandrekordhoch

Montag, 31. Mai 2010

Deutschland stellt einen neuen Rekord auf – noch nie haben die Deutschen soviel Kurznachrichten verschickt. Folge davon ist nicht nur eine zu vorigen Generationen gestiegene Flexibilität des Daumengelenks wie an der Warwick University festgestellt wurde, sondern auch eine langfristige Senkung der SMS-Kosten durch die Provider.

Die Zahlen welche nun von der Bitkom veröffentlicht wurden, sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2009 wurden in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 34,4 Milliarden SMS versandt – das entspricht einem Absatz von 1.100 SMS pro Sekunde.

Ursache hierfür ist vor allem der steigende Gebrauch von Internet-Angeboten, vor allem von Mikrobloggingdiensten wie Twitter auf Mobilgeräten, als auch die sinkenden Kosten und Flatrates die mittlerweile angeboten werden.

Von derartiger Tippfreudigkeit profitieren auch die Anbieter, welche nach Bitkom-Schätzungen einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro machten.

Allerdings wird dieser Trend voraussichtlich nicht lange anhalten, da die Tarife im Wettbewerb stetig fallen und SMS innerhalb desselben Netzes oft wesentlich günstiger (teilweise sogar kostenlos) sind.

Datenschutzkritik gegen Facebook reißt nicht ab

Freitag, 28. Mai 2010

Es ist bei manchen Personengruppen schwierig bis unmöglich sie gänzlich zufrieden zu stellen. Zu dieser Gruppe gehören neben Tierschützern und Umweltaktivisten nun einmal auch Datenschützer.

Während von einer Seite die aktuellen Änderungen in den Privatsphäre-Einstellungen des sozialen Netzwerks Facebook ausdrücklich begrüßt und als Schritt in die richtige Richtung betrachtet werden, sehen andere Datenschützer das Konzept nicht konsequent genug umgesetzt.

Hauptkritikpunkt ist dabei, dass Facebook ebenso wie die meisten großen Unternehmen nach wie vor auf das Opt-Out-Verfahren setzt. Demnach müssten bestimmte Funktionen immer noch vom Benutzer selbst deaktiviert werden, will er die Weitergabe verhindern.

Die Absichten der Betreiber die Opt-Out nutzen ist einfach: Anwender sind im allgemeinen klickfaul. Wenn sie den Eindruck haben, die Voreinstellungen zur Weitergabe und Speicherung auf Servern wären sicher genug (und in dieser Meinung auch durch die positive Berichterstattung bestärkt), werden sie in den wenigsten Fällen eine weitere “Feinabstimmung” vornehmen, deren Konsequenzen dann tatsächlich die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens stören könnten.

Sollte man seinen Account in einem solchen Social Network nicht aufgeben wollen, so besteht die effektivste Möglichkeit des Schutzes darin, lediglich das benötigte Minimum an Informationen zu veröffentlichen – und die Voreinstellungen sehr genau zu prüfen um diese dann ggf. entsprechend anzupassen.

Googles Suchmaschine mit Verschlüsselung

Freitag, 28. Mai 2010

Wie selbst angekündigt, hat Google nun eine SSL-gesicherte Version seiner Suchmaschine veröffentlicht. Nach Angaben von Google soll die Übertragung per HTTPS das Abfangen von Anfragen, wie etwa bei offenen WLAN-Netzen, verhindern.

In Anbetracht der aktuellen Vorwürfe gegen die Speicherung von Daten aus ungesicherten Funknetzwerken durch die Fahrzeuge von Google Street View mag dies besonders ironisch wirken, allerdings waren entsprechende Verschlüsselungspläne bereits vorher im Gespräch.

Dennoch dürften sich nicht nur Nutzer von drahtlosem Internetzugängen und Mobilgeräten über die Verschlüsselung der Verbindungen per SSL freuen.

Zwar ist die Google SSL Suche aktuell lediglich in einer englischsprachigen Beta-Version verfügbar – bis auf die erweiterten Funktionen wie etwa die Bildsuche, die nicht unterstützt werden, läuft jedoch offensichtlich alles problemlos.

Wichtiger Datenschutz-Hinweis: Die SSL-Verschlüsselung betrifft lediglich die Übertragung der Suchanfragen an die Server von Google, diese speichern weiterhin alle Daten die der Benutzer an Google überträgt (Suchbegriffe, IP, Browserinformationen etc).

Außerdem ist SSL keineswegs unangreifbar, wie die Manipulation von Sicherheitszertifikaten, auf deren Vertrauenswürdigkeit SSL letztlich basiert, gezeigt hat.

Fazit: Die HTTPS-Verschlüsselung ist für all jene Personen sinnvoll, die einigermaßen sicherheitsbewusst sind, sich andererseits aber nicht von der Nutzung anonymisierender Suchmaschinen überzeugen lassen, sondern weiterhin dazu bereit sind, Google zu vertrauen.

Besagte datensparsame Suchmaschinen verzichten nicht nur auf langfristiger Speicherung von IP und Logs, viele von ihnen, wie etwa das bekannte Ixquick oder Metager2 sichern bereits seit langem die Verbindung per https.

Für weitere Informationen zum Thema wenden Sie sich bitte an die Suchmaschine Ihres Vertrauens. ;)

Forderung nach Datenschutz bei Suchmaschinen

Donnerstag, 27. Mai 2010

Wenn man es liest, mag so manchem Datenschützer zunächst einmal das Herz aufgehen: Die Europäische Union fordert von den großen Suchmaschinenanbietern erneut mehr Datenschutz ein.

So hat die “Article 29 Working Party” (oder kurz WP29) eine Datenschutzgruppe der EU, welche sich bereits seit mehreren Jahren mit dem Datenschutzgebaren der Suchmaschinbetreiber befasst, nun erneut die führenden Unternehmen Google, Microsoft und Yahoo! ermahnt, die Privatsphäre der Anwender stärker zu respektieren und entsprechend zu handeln.

Konkret gefordert werden von der WP29, die Anonymisierung der Suchmaschinen-Nutzerdaten auf den Servern nach sechs Monaten, sowie die Zuordnung von Benutzer und Suchanfrage zu verhindern und die Bereitschaft zur Überprüfung dieser Maßnahmen durch einen unabhängigen Datenschutzexperten.

Eine schriftliche Aufforderung dieser Art ist sicher sinnvoll, dass sie jedoch ausreichend Druck ausübt um die Unternehmen zu entsprechenden Änderungen zu veranlassen, muss allerdings leider stark bezweifelt werden.

Wie gegenwärtig die Diskussionen um Google Street View und Facebook zeigen, ist es meist konstante Berichterstattung über entsprechende Proteste, welche aus wirtschaftlichen Überlegungen zum Einlenken der betreffenden Unternehmen führt.

Bis es bei Bing, Google und Yahoo! zu Änderungen kommt, dürfte vermutlich noch einige Zeit vergehen. In der Zwischenzeit muss der Benutzer seine Daten eben den datenschutzfreundlicheren Konkurrenten wie etwa Ixquick und Metager2 anvertrauen.

Facebook vereinfacht Einstellungen

Donnerstag, 27. Mai 2010

Nachdem Umfrageergebnisse zeigten, dass ein nicht geringer Prozentsatz von Benutzern (60%) bereits über die Stilllegung ihres Facebook-Accounts nachgedacht hat und auch die Berichterstattung in den klassischen Tagesmedien zunehmend kritischer wird, hat Facebook nun offensichtlich zumindest teilweise eingelenkt.

So wurden nach Angaben von Facebook die Privatsphäre-Einstellungen des sozialen Netzwerk vereinfacht und vor allem die Zahl möglicher Optionen von 50 auf 15 drastisch reduziert. Damit entspräche man den Worten von Mark Zuckerberg zufolge, dem Bedürfnis vieler Nutzer nach mehr Kontrolle über ihre Informationen.

Die neuen Einstellungen bei Facebook sollen in den kommenden Wochen weltweit verfügbar sein. Besonders sinnvoll: Die dann vom Benutzer festgelegte Einschränkung der Sichtbarkeit von Informationen für bestimmte Gruppen (Öffentlichkeit, Freunde, erweiterter Freundeskreis) wird dann sowohl rückwirkend als auch für neue Inhalte übernommen.

Dennoch sollten die Mitglieder sozialer Netzwerke sich stets darüber klar sein, dass sich alle veröffentlichten Daten in den Händen eines Unternehmens befinden – auch wenn sie für sonst niemanden sichtbar sind. :|

Googles Street View Kooperation

Donnerstag, 27. Mai 2010

Google versucht nach den Protesten gegen die WLAN-Datensammlung möglichst viel Kooperationsbereitschaft zu zeigen und so will der Internetkonzern tatsächlich wie gefordert den staatlichen Datenschützern eines seiner Street View Fahrzeuge zur Überprüfung zukommen lassen.

Hindernisse gibt es dagegen bei der Aushändigung einer entsprechenden Festplatte, anhand deren Inhalts die Art der erfassten (Nutzer-)Daten besser nachvollzogen werden kann. Google ließ ein entsprechendes Ultimatum zur Herausgabe verstreichen, beteuert jedoch weiter seinen guten Willen. Als Rechtfertigung wird auf die juristische Situation in Deutschland verwiesen und die somit geltenden Bedingungen zum Zugriff auf Nutzerdaten, welche es zu berücksichtigen gilt.

Während Google also noch Vorbehalte gegen die Herausgabe der Daten sieht, gibt es neben Deutschland mittlerwile eine zweite Klage in der Street View Angelegenheit. Gegenwärtig überprüft ein Bezirksgericht in den USA die Vorwürfe des Internetproviders “Galaxy Internet Services Inc“.

Die Lage wird also auch international problematischer für Google und so ist die vermutlich einzig praktikable Lösung für das Unternehmen, schnellstmöglich allen Forderungen soweit es möglich ist, nachzukommen.

Google Street Wlan

Mittwoch, 26. Mai 2010

Es handelt sich nicht unbedingt um eine Neuigkeit, angesichts der vielen Meldungen kann es dennoch sinnvoll sein, noch einmal einen Blick auf die jüngsten Ereignisse rund um Google Street View zu werfen:

Die Formulierung war während der olympischen Spiele in Peking inflationär geworden, dennoch ist es in diesem Fall durchaus passend davon zu sprechen, dass Google einen Kotau gemacht hat.

Aufgrund der großen Proteste gegen die Erfassung von unverschlüsselten WLAN-Inhalten, über deren genaue Natur sich Google allerdings vorerst weiter ausschweigt, hatte Google bereits am 14. Mai die Erfassung durch Street View-Fahrzeuge international abgebrochen und bis zur technischen Umrüstung weitere Aktivitäten eingestellt.

Nun erfolgte sogar eine offizielle Entschuldigung durch Google-Gründer Larry Page, was ein Zeichen dafür sein dürfte, dass Google die Beschwerden durchaus ernst genommen hat.

Wer Interesse an einer ausführlichen Zusammenfassung (an sich ist diese Formulierung ja ein Oxymoron) hat, findet sie in einem Tagesschau-Artikel über die Google WLAN-Affäre.

Google mit Datenschutzbestrebungen bei Analytics

Mittwoch, 26. Mai 2010

Auch wenn Street View dem Konzern weiter Ärger bereitet, so versucht Google nun zumindest an anderer Stelle nachzubessern und weiß dabei durchaus zu überraschen.

Wie bereits vor einiger Zeit angekündigt, bietet Google nun ein Opt-Out-Browser-Plugin für bzw. gegen Google Analytics an. Selbiges steht für den Internet Explorer (Version 7+), Firefox (Version 3.5+) und Google Chrome (Version 4+) zur Verfügung. Die Funktion des Plugins als simpel zu bezeichnen wäre noch untertrieben, tatsächlich soll es, Angaben von Google zufolge, lediglich das Analytics-Skript blockieren.

Sehr viel interessanter ist da die zweite Option welche Google wiederum den Webmastern bietet. Bislang galt man juristisch nur dann auf der sicheren Seite, wenn die Besucher der Webseite auf die Erfassung durch Google Analytics hingewiesen wurden.

Nun bietet Google den Betreibern von Webangeboten die Möglichkeit, den letzten Teil der IP-Adresse zu löschen. Damit ist der Benutzer zwar immer noch lokalisierbar, was etwa bei der Analyse der Daten zu wirtschaftlichen Zwecken wichtig ist, eine direkte Standortbestimmung bzw eine einwandfreie Identifikation ist somit allerdings nicht mehr möglich.

Über diese Neuerungen wird sich nicht nur der Benutzer freuen – für den Webseitenbetreiber entfällt vermutlich auch die Kennzeichnungspflicht, wenn die Daten ausreichend anonymisiert sind.

Pakt zwischen Nokia und Yahoo

Dienstag, 25. Mai 2010

Während Yahoo! immer wieder Kritik an der Planlosigkeit von Konkurrenten übt, scheint man selbst genau zu wissen was man will.

Nach dem erfolgreichen Abkommen mit Samsung, ist nun mit dem bereits seit fünf Jahren kooperierenden finnischen Mobiltelefon-Anbieter Nokia eine  verstärkte strategische Partnerschaft vereinbart worden, deren Umsetzung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Inhaltlich betrifft die Kooperation vor allem das Ovi-Portal von Nokia. Mailangebot und Messengingdienste sowie namentlich ungenannte Dienste der Internet-Plattform sollen von Yahoo! übernommen werden, was durchaus vernünftig erscheint, verfügt das Unternehmen doch über ausreichend Erfahrung.

Im Gegenzug profitiert Yahoo! vom Navigationsservice Ovi Maps. Der Nokia-Routenplaner, dessen Datenbestand durch den Aufkauf des US-Kartendatenanbieters Navteq im vergangenen Jahr aufgewertet worden war, darf somit künftig exklusiv von Yahoo! verwendet werden.

Die Erwartungen beider Parteien sind klar: Nokia will als weltgrößter Smartphone-Hersteller nun auch Fuß in den USA fassen, während es Yahoo! offensichtlich um Erschließung größerer Nutzerkreise geht.

Eine gemeinsame Yahoo!/Ovi User-ID welche den Zugang zum jeweiligen Dienst erleichtert, soll bis spätestens Ende des Jahres umgesetzt sein, um die Kooperation so schnellstmöglich populär zu machen

Erwartungsgemäß schweigen beide Parteien über die finanziellen Hintergründe der Partnerschaft.