Archiv für April 2010

Verbindungsprobleme im Netz

Dienstag, 27. April 2010

Wer am heutigen Vormittag versucht hatte, Kollegen oder Bekannte mit dem Instant Messenging Dienst ICQ zu kontaktieren, bekam meist nur eine Fehlermeldung aufgrund einer Zeitüberschreitung beim misslungenen Kontaktversuch mit dem Server in den USA präsentiert.

Ähnlich erging es Nutzern welche Webangebote aufrufen wollten, deren Domains auf Servern dort liegen, bekamen oft keine Verbindung. Ähnliches gilt übrigens für einige skandinavische Länder.

Die Störung scheint jedoch nicht flächendeckend vorzuliegen, auch sind nicht alle Provider gleich stark betroffen. So melden etwa manche Standorte völlig normalen und zuverlässigen Betrieb. Andernorts kommt es zu Problemen, bei denen offenbar Angebote der Telekom in stärkerem Maße betroffen zu sein scheinen.

Die genaue Ursache für die extreme Verlangsamung der Verbindungen in skandinavische Staaten und die USA sind bislang unklar. Neben Hardwareproblemen und Koordinationsmängeln sind zumindest theoretisch auch Angriffe auf wichtige Knotenpunkte als Ursache nicht auszuschließen.

Anmerkung: um 14:29 war der Zugriff des Autors auf den ICQ-Service wieder vorhanden.

Qualitativ höherwertiger Twitterbetrug

Montag, 26. April 2010

Erneut gibt es eine weitere groß angelegte Betrugswelle beim Mikroblogging-Dienst Twitter. Dabei hat sich am Vorgehen an sich nichts verändert.

Nach wie vor handelt es sich bei der Phishing-Methode um die Zusendung gefälschter E-Mails oder Nachrichten, die den Benutzer unter einem Vorwand auf manipulierte Webseiten locken sollen, um dort an Zugangsdaten zu gelangen.

“Neuartig” ist dagegen die Qualität der gefälschten Nachrichten, die sich nur noch in wenigen Punkten von den Originalmeldungen des Dienstes unterscheiden.

Als effektivstes Gegenmittel erweist sich daher nach wie vor der gesunde Menschenverstand und der Grundsatz, Links aus PNs, Mails etc grundsätzlich zu misstrauen – besonders wenn sie einen auf Webseiten führen wo angeblich ein Login erforderlich ist, will man nicht seine Daten auf fremden Servern landen sehen.

Papst äußert sich zum Internet

Montag, 26. April 2010

Mit böswilliger Zunge könnte man behaupten, Papst Benedikt XVI. wolle sich bessere Presse verschaffen, als er nun am Wochenende Tagungsteilnehmer zum Thema “Digitale Zeugen” im Vatikan empfing.

Ob es nun tatsächlich ein bewusstes “Ablenkungsmanöver” von der kritischen Berichterstattung der letzten Zeit ist oder nicht – das Oberhaupt der katholischen Kirche äußerte sich jedenfalls zu den Segnungen und Risiken des Internets.

Radio Vatikan berichtete, der Papst habe erklärt, dass die katholische Kirche keineswegs prinzipielle Vorbehalte gegen moderne Technologien hat, die auch aktiv zur Verbreitung des christlichen Glaubens genutzt werden (wer sich einen Eindruck hiervon verschaffen will, dem sei ein Blick auf die Webseite des Vatikan empfohlen).

Allerdings kann aber das Internet “zu einem Gleichschaltungsorgan verkommen und den intellektuellen und moralischen Relativismus fördern“, wie der Papst betonte. Die egoistische Selbstdarstellung sei nur einer von vielen Faktoren.

Twitter kauft Dienst für SMS

Montag, 26. April 2010

Nachdem in letzter Zeit vor allem Google und Microsoft sich durch Ankäufe ausgezeichnet hatten, ist nun auch der Mirkobloggingdienst Twitter auf Einkaufstour gegangen.

Twitter hat den SMS-Dienst Couldhopper übernommen, was allerdings recht freundlich abgelaufen sein sollte, hatten die beiden Unternehmen doch bereits seit einiger Zeit miteinander kooperiert.

In der Vergangenheit hatte Twitter ja Schwächen in seinem SMS-System einräumen müssen und als Folge daraus, das Angebot stark eingeschränkt. Es ist also anzunehmen dass die Übernahme von Cloudhopper einen Versuch darstellt, den eigenen SMS-Service zu verbessern.

Wie dies allerdings funktionieren soll ist vorerst unklar – vordergründig scheint es sich erst einmal um ein kostenintensives Vorgehen zu handeln, dass wenig Gewinnpotential bietet sondern viel mehr von Twitter vor allem leistungsfähige Server verlangt. ;)

Über die Kosten des Vorgangs gab Twitter keine Auskunft

Neues um Microsoft

Freitag, 23. April 2010

Neben den zahlreichen Berichten über Suchmaschinenprimus Google, scheint zumindest teilweise, der große Konkurrent Microsoft etwas aus dem Blick der Medien geraten zu sein.

Dabei gibt es durchaus interessantes zu berichten aus dem Hause “Winzigweich” (wie der Softwareriese liebevoll von seinen “Fans” genannt wird ;) ).

Ein Kuriosum ist beispielsweise der Patch mit dem Namen MS10-025 der eigentlich eine Form des Buffer Overflows für bestimmte Dienste der Windows 2000 Server verhindern sollte, und sich jedoch als gänzlich unwirksam erwies.

Dagegen scheint die Tatsache das Microsoft im aktuellen Bericht für das dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinnzuwachs von 35 Prozent für sich verbuchen kann, im Vergleich dazu relativ konventionell.

Allerdings ist es eventuell überraschend, dass diese durchaus respektable Gewinnsteigerung nicht durchweg positiv beurteilt wurde. So wären durch den Umsatzrückgang bei der Office-Sparte des Unternehmens die hohen Erwartungen der Analysten nicht erfüllt worden. Daran änderte dann auch der Erfolg des übrigen Angebots, wie etwa der Zuwachs der Suchmaschine Bing nichts dran.

Informationen zu Googles WLANView

Freitag, 23. April 2010

Ein aktuelles Thema, dass vermutlich auch noch in der nächsten zeit die Berichterstattung über den Internetkonzern Google beherrschen wird, ist die Tatsache, dass parallel zur Aufnahme von Straßenzügen im Rahmen des Streetview Projekts offenbar auch WLAN-Netzwerke gescannt und erfasst wurden. zwar ist diese Tatsache bereits seit dem Jahr 2008 bekannt, es scheint sich jedoch erst jetzt ernsthafter Protest zu regen.

Bei der Erfassung werden neben anderen Informationen auch die weltweit eindeutige MAC-Adresse und die so genannte SSID gesammelt. Dabei handelt es sich um den vom Betreiber vergebenen Namen des Anschlusses, wobei besonders sorglose Privatpersonen hier sogar ihren Realnamen wählen. Allerdings erklärte Google, die SSID werde auf jeden Fall anonymisiert.

Ob dagegen die einwandfrei zu identifizierende MAC-Adresse zu den personenbezogenen Daten zählt, welche durch das Gesetz vor Missbrauch geschützt sind, ist noch unklar. Problematisch sei auf jeden Fall die Speicherung der Daten auf Google-Servern in den USA, darin sind sich die Kritiker von Googles Vorgehensweise einig.

Neues um Google Buzz

Donnerstag, 22. April 2010

Der Suchmaschinenriese Google scheint neben den Datenschutz-Bedenken die kurz nach der Veröffentlichung des Dienstes Google Buzz aufkamen und aufgrund derer Einstellungen geändert werden muss auch mindestens ein weiteres Problem mit dem Angebot zu haben, dass von den Medien teilweise bereits als “Twitter-Killer” gehandelt worden war.

So hält sich die Zahl der tatsächlich aktiven “Buzzer” offenbar in Grenzen. PostRank kommt in einer aktuellen Untersuchung sogar zu dem Schluss, gegenwärtig würden 90% aller Inhalte dort von Bots zusammengestellt werden, wobei es sich zum einen um Tweets (63%) bzw. um RSS-Feeds (27%) handelt.

Allerdings sollte man den noch neuen Dienst nicht von Beginn an totreden – und in der Tat bemüht sich Google auch, Buzz für die Nutzer anderer Google-Dienste attraktiv zu machen.

Die Integration von Google Buzz in Google Maps scheint ein solcher Schritt zu sein. So lassen sich in die Karten auch die Statusmeldungen von Buzzern als Layer in Form einer Sprechblase einblenden. Auf diese Weise kann der Nutzer erfahren, wo sich etwa ein Kontakt aufhält und seine Meinung, etwa zu einer örtlichen Lokalität wie einem Restaurant, erfahren.
Wie üblich ist dieses Feature zunächst nur im US-Angebot verfügbar.

Am heimischen Computer ist diese Desktop-Version übrigens read-only, das heisst, es lassen sich von dort keine Antworten verfassen. Diese Funktion bleibt bis auf weiterem der Version für Mobilgeräte wie etwa Handys vorbehalten. So können etwa die aktuellen Standorte per Statusmeldung als interessant gekennzeichnet werden, was die Kommunikation der Buzzer untereinander fördern könnte – und damit auch die Popularität von Google Buzz im Allgemeinen.

Microsoft Office bei Facebook

Donnerstag, 22. April 2010

Offenbar  haben sich die Social Community Facebook und der Softwareriese Microsoft zusammengetan, um dem gemeinsamen Konkurrenten, dem Suchmaschinenprimus Google etwas entgegensetzen zu können.

Angriffspunkt ist in diesem Fall das Angebot von Google Docs mit dem sich Dokumente online bearbeiten lassen, dabei jedoch auf den Servern verbleiben, so dass der Zugriff von jedem beliebigen Ort geschehen kann (Internetverbindung vorausgesetzt).

Beim Stichwort Textdokument werden die meisten Computernutzer vermutlich an die Formate von Microsoft wie etwa Office *.doc oder Excel denken (obwohl es etwa mit OpenOffice.org und den ODF-Formaten qualitativ hochwertige Alternativen gibt.) Weltweite Erreichbarkeit ist wiederum ein Merkmal sozialer Netzwerke wie Facebook, in denen verschiedene Benutzer miteinander kommunizieren und interagieren.

Was liegt also näher, als die vertrauten Microsoft office Formate durch einen Facebook-Account online zugängig zu machen, so dass ggf. auch mehrere Personen an einem Dokument arbeiten können?

Somit sollen künftig durch die entsprechende Facebook-Einbindung die Microsoft Office Web Apps unter dem Namen Microsoft Docs (mit der griffigen Domain Docs.com) für Facebook-Nutzer verfügbar werden. http://docs.com/

Kritiker sehen dabei bereits jetzt mehrere Risiken:

  • Trotz der Rechteverwaltung könnten Unbefugte möglicherweise durch Bugs Dokumente manipulieren.
  • Beide Unternehmen haben durch die Speicherung auf Servern somit Zugriff auf die Dokumente
  • Microsofts Formate sind ein beliebtes Ziel für Makroviren die so vorsätzlich eingeschleust werden könnten.

Ob diese Kooperation ausreicht um Google ernsthaft die Stirn bieten zu können muss definitiv noch abgewartet werden – wurde das Projekt doch erst von Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, auf der hauseigenen Konferenz f8 vorgestellt und befindet sich in einer geschlossenen Beta-Phase.

Google zeigt Regierungsanfragen

Mittwoch, 21. April 2010

Google arbeitet weiter an seinem Image als Streiter gegen Zensur und Unterstützer von Meinungsfreiheit und freiem Zugang zu Informationen. Dem trägt das Unternehmen nun auch mit einem durchaus interessanten Angebot Rechnung.

Das auf Googles Blog vorgestellte Government Request Tool zeigt die Nationen an, welche am meisten Löschungen von Inhalten oder die Herausgabe von Nutzerinformationen bei Google beantragt hatten. Bislang werden dabei von Google die Daten vom Zeitraum zwischen dem 1. Juli und dem  31. Dezember 2009 berücksichtigt.

Innerhalb dieses Zeitraums führt Brasilien die Liste der Länder mit den meisten Löschanträgen bei Google an (291) direkt gefolgt von Deutschland (188) und Indien (142). Auch die meisten Anträge zur Nutzerdatenpreisgabe kommen aus Brasilien (3.663). Platz Nummer zwei und drei belegen die USA (3.580) bzw. Großbritannien (1.166).

Brasiliens unrühmliche Führung in beiden Fällen ist vermutlich auf die starke Verbreitung von Googles Social Network Orkut in den Ländern Südamerikas zurückzuführen.

Wem das nun zu viele Zahlen sind – auf Googles Webseite des Government Request Tools werden die Daten alle visuell ansprechend auf einer Weltkarte präsentiert.

Wer sich übrigens wundert, Staaten wie die Volksrepublik China nicht auf der Liste zu finden – hier bedarf die staatliche Zensur vermutlich keiner großen Mithilfe, zumal entsprechende Zahlen zu derartigen Anträgen dort als Staatsgeheimnisse der Geheimhaltung unterliegen, so dass Google hierzu keine Angaben machen kann.

Rätsel um Googles Kauf von Agnilux

Mittwoch, 21. April 2010

Google fährt damit fort, so genannte Start-Up Unternehmen aufgrund ihrer innovativen Technologien aufzukaufen, auch wenn für den Außenstehenden manchmal nicht ersichtlich ist, welche Intention dahinterstehen mag.

Im aktuellen Fall hat sich Google den Chiphersteller Agnilux zu eigen gemacht, wobei auch über dieses Unternehmen nicht besonders viel bekannt ist. Über die Absicht kann dabei nur spekuliert werden – die New York Times die vom Kauf berichtet hatte, vermutet einen Zusammenhang zur Servertechnologie von Google.