Archiv für Februar 2010

Boost bei Twitter und Facebook

Dienstag, 23. Februar 2010

Das soziale Netzwerk Facebook und der Mikroblogging-Dienst Twitter erlebten bereits im vergangenen Jahr einen sprunghaften Anstieg in der Nutzung ihrer Angebote. So nahm die Verwendung beider Dienste bereits im Dezember 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 82 Prozent zu.

Offiziellen Zahlen des Twitter-Blogs zufolge werden täglich 50 Millionen Tweets beim Mikroblogging-Dienst versandt, das entspricht 600 Tweets pro Sekunde. Dabei wurden Spam-Tweets bereits von der Beurteilung ausgenommen, andernfalls würde das Ergebnis sicher noch höher liegen.

Die Verwendung dieser Angebote des Web 2.0 ist vor allem in den USA, Japan und Brasilien beliebt, daher verwundert es auch nicht, dass die meisten Nutzer sozialer Netzwerke aus eben diesen Ländern stammen. Deutschland schafft es dabei immerhin auf Platz fünf.

Wie lange und in welchem Maße der Anstieg bestehen wird, darüber wird unter Experten immer noch diskutiert, gibt es doch nach wie vor Analysten die zumindest dem Mikroblogging-Dienst keine lange Lebenszeit prognostizieren.

Neues zu Google und China

Dienstag, 23. Februar 2010

Die Berichterstattung um den vermutlich chinesischen Angriff auf Google und andere Einrichtungen und Firmen in den USA reißt nicht ab. Hatte die New York Times noch berichtet, es sei nachgewiesen worden, dass die Angriffe von chinesischen Schulen mit Beziehungen zum Militär ausgegangen sind, wird das ganze nun komplexer.

Denn nun berichtet die Financial Times, angeblich wäre der Programmierer identifiziert worden, der zumindest teilweise den Schadcode für den Google-Angriff entwickelt habe. Der bislang namentlich ungenannte Programmierer habe allerdings Teile des Codes in einem Hackerforum veröffentlicht, so dass sie von jedem benutzt worden sein können.

Tatsächlich schreibt die Financial Times unter Berufung auf einen anonymen Forscher in den USA, dass zwar eine Verbindung zwischen den chinesischen Behörden und dem Schadcode-Programmierer bestehe, allerdings hält man es für sehr unwahrscheinlich, dass er auch aktiv am Angriff beteiligt gewesen war.

Schulen in China bestreiten Hacking

Montag, 22. Februar 2010

Die Berichte amerikanischer Sicherheitsexperten die in einem Artikel der “New York Times” zitiert wurden und sich auf Geheimdienstergebnisse stützen sollen, wurden nun nicht nur von der politischen Führung der Volksrepublik China zurückgewiesen. In den Berichten war die Behauptung aufgestellt worden, die Internet-Angriffe auf  Domains und Server von Google und andere US-Firmen wären anhand der IP zu chinesischen Schulen und Universitäten zurückverfolgbar gewesen.

Auch die Schulleiter der beschuldigten Einrichtungen meldeten sich nun zu Wort und widersprachen den US-Berichten, in denen behauptet wird, einige der Schulen unterhielten enge Verbindungen zum chinesischen Militär, oder seien sogar zusammen mit diesem aufgebaut worden.

Stattdessen erklärten die Schulleiter, in einigen Berufsschulen fände überhaupt kein IT-bezogener Unterricht statt, da dort Ausbildungen im handwerklichen Bereich angeboten werde, an anderen Schulen gäbe es zwar Informatik-Unterricht, dieser beschränke sich aber auf das erlernen des Umgangs mit Office-Programmen und Grafikbearbeitungs-Software und würde keineswegs “Hacking” umfassen.

Allerdings ist zum einen bekannt, dass viele chinesische Studenten äußerst patriotisch gesinnt sind und aus diesem Grund durchaus mit dem Militär zu kooperieren bereit sind. Zum anderen wäre es aber auch nicht das erste Mal, dass die USA auf einer Position verharrt, die sich später als falsch erwies, jedoch einen entsprechenden Vorwand für politische oder militärische Aktionen geboten hatte.

Satire gegen Sorglosigkeit

Montag, 22. Februar 2010

Ungeprüft die Kurz-URL aus dem Tweet öffnen – und schon hat man den Salat in Form von Malware auf dem Rechner. Vermutlich wäre der Nutzer vorsichtiger gewesen, hätte die URL einen verdächtigen Begriff wie “Hack“, “Virus.zip” oder “Wurm.exe” enthalten.

Genau darauf spielt ein Dienst mit dem Namen ShadyURL an. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen URL-Shortener – der allerdings die Adresse der Webseite in einen verdächtig oder sogar potentiell gefährlich aussehenden Link umwandelt.

Auch die Webseite PleaseRobMe.com möchte auf amüsante Art und Weise auf die Sorglosigkeit aufmerksam machen, mit der Nutzer im Netz agieren, etwa indem sie in Twitter-Meldungen schreiben, wo sie sich gerade aufhalten.

PleaseRobMe sammelt Geo-Postings aus Diensten wie Twitter und präsentiert dann, welche Wohnungen gerade vom Besitzer verlassen wurden und damit leicht ausgeraubt werden können. Dieses Vorgehen schockiert natürlich und soll auf diese Weise die Benutzer von Foursquare, Google Buzz und Co für den besonneneren Umgang sowohl mit dem Dienst, als auch mit den eigenen Daten sensibilisieren.

Beide Ideen sind originell und erfüllen mit etwas Glück auch ihren Zweck. Zumindest bei ShadyURL besteht jedoch das Risiko, dass Benutzer die Idee so witzig finden, dass sie künftig tatsächlich schädliche Links unbedarfter öffnen als zuvor.

YouTube hat Geburtstag – Gedanken zu einem Phänomen

Montag, 22. Februar 2010

Das vermutlich bekannteste Videoportal des Internets gehört auch zu den weltweit am häufigsten aufgerufenen Webseiten und hatte nun Geburtstag – die Videoplattform YouTube ist somit fünf Jahre alt.

Diese Zeit mag manchem viel zu kurz erscheinen, werden sich doch besonders junge Internetnutzer überhaupt nicht vorstellen können, das es mal ein World Wide Web ohne YouTube gab.

Doch tatsächlich – das Videoportal ging erst im Februar 2005 online, gegründet von drei ehemaligen Paypal-Angestellten, Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim, denen ihre bisherige Arbeit nicht mehr gefiel und beschlossen hatten, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Das Potential von YouTube erkannte auch der Scuhmaschinenriese Google und kaufte das Portal bereits im Herbst des Folgejahres auf.

Was ist YouTube heute? Längst hat die Mutter aller “Tubes” zu einer Flut von Videoportalen aller Art geführt, die stets das unvermeidliche “You” oder “Tube” im Namen der Domain führen. ;)

Das Original hat sich indes, trotz der Einführung von neuen Funktionen und einigen Design-Anpassungen nicht wesentlich verändert.

Nach wie vor ist YouTube zum einen ganz sicher weiterhin eine Plattform für lächerliche Selbstdarsteller, Möchtegern-Künstler und peinliche Privatvideos, sowie für politische und religiöse Propaganda. Dort finden sich aber auch interessante Dokumentationen und hilfreiche Anleitungen für alle Lebenslagen sowie unzensierte Nachrichtenmeldungen.

Natürlich gerät YouTube auch in Kritik, etwa wegen der hartnäckigen Durchsetzung der Geschäftsbedingungen – welcher Nutzer hat sich noch nicht über die Meldung geärgert, dass Video sei in seinem Land nicht verfügbar oder wegen einer Urheberrechtsverletzung entfernt worden – und auch so manche Account-Löschung scheint inhaltlich fragwürdig.

Nicht vergessen werden sollte, dass noch weitere Videoportale existieren, die nicht auf der “Tube”-Welle schwimmen und nicht die aktuellsten Musikvideos bieten (einer der Schwerpunkte von YouTube), allerdings auch weit weniger inhaltsleere Privatvideos enthalten.

Neben dem visuell ansprechenden Vimeo sei auch Theora Sea genannt, dass ausnahmslos auf den freien Video-Codec Theora setzt und bereits jetzt völlig auf das Flash-Format verzichtet – eine Idee, die von anderen Angeboten erst seit dem Aufkommen von HTML5 in Erwägung gezogen wird.

Google übernimmt On2

Freitag, 19. Februar 2010

Der Suchmaschinenriese Google scheint die Zahl der Negativmeldung über Google Buzz durch eine noch größere Anzahl von Meldungen über Zukäufe und Übernahmen kaschieren zu wollen. Natürlich ist diese Aussage überspitzt, allerdings scheint Google in der Tat in Kauflaune zu sein.

Ziel war in diesem Fall der Codec-Spezialist On2 und ähnlich wie beim zuvor geschluckten reMail hat es Google auch in diesem Fall hauptsächlich auf die Kerntechnologie des Unternehmens abgesehen.

Hierbei handelt es sich bei On2 um den vermutlich weitgehend freien Videokompressionsalgorithmus Truemotion VP8. Dieser ist zwar nicht ganz auf der Höhe der Zeit, könnte aber in die Diskussion um einen Standard-Webvideocodec neuen Wind bringen.

Ob eine Konkurrenz zu bisherigen freie Codecs wie etwa Theora zu befürchten ist, kann noch nicht endgültig gesagt werden – in Anbetracht der Tatsache das große Unternehmen es jedoch immer wieder schaffen zweifelhafte Lizenzbedingungen in vermeintlich freie Projekte einzubringen, gibt es unter den Befürwortern Freier Medien (”Open Media“) bereits einige Skepsis.

Microhoo ist genehmigt

Freitag, 19. Februar 2010

Es ist nicht wirklich eine Überraschung jetzt die Meldung zu hören, dass sowohl die Kartellbehörden der EU als auch die Kartellwächter der USA nun nach entsprechender Prüfung erwartungsgemäß grünes Licht für die Zusammenarbeit von Microsoft und Yahoo! gegeben haben.

Damit steht der Bildung von “Microhoo” nichts mehr im Wege, allerdings handelt es sich keineswegs um eine völlige Fusion beider unternehmen. Vielmehr wird Microsofts Suchmaschine Bing in Zukunft die Ergebnisse bei “Yahoo Search” liefert. Im Gegenzug übernimmt Yahoo! die Gebiete der Anzeigenwerbung auf den Domains.

Beide Unternehmen versprechen sich von der Zusammenarbeit zusätzliche Gewinne, auch wenn natürlich zunächst vermehrte Kosten entstehen werden. Als erster Schritt soll die Suchumstellung und die Einbindung der Bing Suchalgorithmen bis zum Ende des laufenden Jahres vollzogen werden, die Änderungen im Werbegeschäft könnten sich jedoch bis zum Folgejahr verzögern um keine Verluste im Weihnachtsgeschäft zu provozieren.

Facebook paypalt

Freitag, 19. Februar 2010

Facebook wird in Sachen Bezahldiensten flexibler und erzielt dadurch eine Belebung des Geschäfts mit Werbekunden auf internationaler Ebene. So jedenfalls sehen die Hoffnungen aus, die von der Leitung des sozialen Netzwerks mit der Einbindung des Bezahldienstes Paypal verbunden werden.

Durch die Implementierung versucht das Netzwerk auch kleinere ausländische Unternehmen anzusprechen, die bislang durch die Komplexität und die anfallenden Kosten bei Bezahlvorgängen auf Werbung bei Facebook verzichtet hatten.

Auch das Internete Bezahlsystem der “Facebook Credits” soll künftig durch Zahlungen via PayPal aufgewertet werden und könnte so auch private Mitglieder des Netzwerks von der Nutzung des Dienstes überzeugen.

LinkedIn für Microsoft Outlook

Donnerstag, 18. Februar 2010

Anscheinend wird die Erweiterung von E-Mail-Angeboten als wesentlicher Faktor angesehen, hat doch nun auch Microsoft in dieser Richtung gewirkt. Aus diesem Grund steht jetzt auch eine öffentliche Beta-Version von “LinkedIn für Outlook” zur Verfügung.

Da die neue Funktion den “Outlook Social Connector” voraussetzt, der jedoch erst im Outlook 2010 standardmäßig integriert sein wird, ist beim ambitionierten Tester erst einmal eine Aktualisierung nötig.

Ähnlich wie bei Google Buzz handelt es sich dabei um Interaktion mit einem anderen Dienst, nämlich der Businessplattform LinkedIn. So lassen sich etwa von allen Mitgliedern des Netzwerks die dem Benutzer eine E-Mail zusenden, Aktivitäten innerhalb des Networks per Outlook verfolgen.

Inwiefern diese und andere Funktionen sinnvoll sind, muss jeder selbst entscheiden, allerdings wirbt Microsoft damit, dass standardmäßig der Privatsphärenschutz hoch gehalten wird und daher auch nur Daten abgerufen werden die vom Benutzer öffentlich gemacht wurden.

Google weiter auf Einkaufstour

Donnerstag, 18. Februar 2010

Trotz der Kritik an Google Buzz ist das Unternehmen weiter auf Einkauftour. Nachdem Google in der vergangenen Woche bereits Aardvark übernommen hatte, kommt nun mit dem Start-Up Unternehmen reMail ein weiterer Dienst ins Boot. Über die finanziellen Modalitäten wird Stillschweigen bewahrt.

Im Gegensatz zu Aardvark das “Social Searches” anbietet, handelt es sich bei reMail um einen Anbieter für mobile E-Mail Software. Bislang war ein Dienst für den Download und die Komprimierung von E-Mails um diese auf Apples iPhone auch platzsparend offline verwalten zu können, das Kernstück des Projekts gewesen – dies wird sich nach der Übernahme nun jedoch ändern.

Die Weiterentwicklung der entsprechenden Anwendung soll eingestellt werden, Hintergrund des Kaufs sei nach Ansicht von Experten auch nicht das bisherige Angebot des Unternehmens. Vielmehr sei Google an der Technologie interessiert, die reMail entwickelt hat, um durch ihren Einsatz die E-Mail Suchfunktionen des eigenen Dienstes Google Mail auf Mobilgeräten zu beschleunigen.

Gerüchteweise soll die entsprechende Software auch in Googles hauseigenem Handy-OS Android Anwendung finden.