Archiv für Januar 2010

Vandalismus auf Abgeordnetenwebseiten der USA

Freitag, 29. Januar 2010

Die Rede des US-Präsidenten Barack Obama zur Lage der Nation die live per YouTube übertragen wurde, schien nicht nur innerhalb der USA durchaus kritisch gesehen worden zu sein.

Tatsächlich erfolgten unmittelbar nach der Jahresbilanzrede “State of the Union” Online-Attacken gegen die Webseiten von US-Abgeordneten, dabei wurden 49 Seiten defaced bzw eine wenig charmante Aussage über den Präsidenten auf den Webseiten zurückgelassen.

Von diesem Cyber-Vandalismus waren jedoch nicht nur die Domains der Demokraten sondern auch republikanische Webseiten betroffen. Dieser Vorfall ist jedoch nicht der erste seiner Art. Vergleichbare Attacken hatte es bereits im August des Vorjahres gegeben.

Da alle betroffenen Seiten offensichtlich bei dem selben Webhoster betreut wurden, denkt die Regierung nun auch über mögliche Alternativangebote zum Hosting der Webseiten nach.

Amazon übertrifft Erwartungen

Freitag, 29. Januar 2010

Lasset die Kindlein zu mir kommen” mag sich der populäre Online-Versandhändler Amazon gedacht haben und tatsächlich hat der Ebook-Reader Kindle maßgeblich zu den positiven Ergebnissen des vierten Quartals 2009 beigetragen.

Der Umsatz betrug 9,5 Milliarden US-Dollar, was einen Umsatzanstieg von 42% bedeutet. Der Gewinn des Unternehmens stieg sogar trotz der globalen Wirtschaftskrise um ganze 71 Prozent und erreichte damit einen Wert von 384 Millionen US-Dollar.

Während sich also die Domains von Amazon über zahlungsfreudigen Besuch freuen dürfen, erhofft man sich solche Ergebnisse sicherlich auch in anderen Branchen. ;)

Deutschlands bekanntestes Business Netzwerk ist Xing

Freitag, 29. Januar 2010

Vom momentan weltweit größten Business-Network LinkedIn haben die meisten deutschen Internetnutzer trotz der deutschen Version des Angebots bestenfalls gehört, denn nach wie vor ist Xing auch unter Führungskräften das hierzulande bekannteste geschäftliche Online-Netzwerk.

Zu diesem Schluss kommt jedenfalls die aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage in deren Rahmen 1000 deutsche Fach- und Führungskräfte zu Bekanntheit und Nutzung befragt wurden.

Waren es im Jahr zuvor noch 30 Prozent gewesen, so ist die Marktbekanntheit von Xing nun auf 34 Prozent gestiegen, so dass statistisch jeder dritten Führungskraft die Existenz des Netzwerks bekannt ist.

In der Umfrage werden auch weitere Punkte wie Altersdurchschnitt und Einkommen der Personengruppen denen Xing bekannt ist ausgewertet, so dass man nicht nur mehr über die Popularität des Anbieters erfährt, sondern bereits auch Nutzergruppen einkreisen kann.

Fast alle der befragten Personen, nämlich immerhin 72 Prozent hielten die Online-Reputation und die Pflege des guten Rufs im Netz für wichtig. Aus diesem Grund sind die Fachkräfte anders als mancher Privatanwender nicht auf einen bewussten Datenexihibitionismus aus. Tatsächlich gab eine überwältigende Mehrheit von 79 Prozent der befragten an, eine klare Trennung von Beruf und Privatleben sei wichtig, um Geschäftskontakten nicht zu viel Einblick zu gewähren.

Allerdings werden Dienste wie der Reputation Defender wohl auch in Zukunft genug damit zu tun haben im Auftrag von verschiedenen Personengruppen Domains und Webseiten nach möglicherweise unliebsamen zu durchsuchen – haben doch 37 Prozent der Befragten trotz des vorhandenen Wissens, noch nie selbst Informationen über sich selbst im Netz kontrolliert.

Google präsentiert Prinzipien für die Privatsphäre

Donnerstag, 28. Januar 2010

Nachdem in den letzten Monaten sich nicht nur Datenschützer kritisch zum Umgang mit Userdaten bei der Suchmaschine Google geäußert hatten, sondern ein regelrechtes “Google-Bashing” in etablierten Medien einsetzte, hat das Unternehmen offenbar die Gefahr eines Imageverlustes erkannt und versucht nun dagegen zusteuern.

Aus diesem Grund findet sich auf dem offiziellen Google-Blog nun nicht nur ein Artikel zu den Google-Datenschutzregeln, sondern auch ein Video zu den Privatsphäre-Prinzipien von Google.

Doch auch wenn die Argumentationen durchaus schlüssig scheinen können, so hat ein weiterhin kritischer Geist und ein wachsames Auge noch niemandem geschadet. ;)

Twitter entwickelt Zensurhack

Donnerstag, 28. Januar 2010

Der Mikroblogging-Dienst Twitter hat angekündigt, seine Rolle als Zensur umgehendes Kommunikationsmittel weiter erhalten zu wollen. So waren etwa Informationen über die politischen Zustände und die damit verbundenen Übergriffe im Juni 2009 besonders über Twitter ins Ausland gelangt, nachdem die Berichterstattung durch professionelle Journalisten von der Regierung unterbunden worden war.

Ganz offensichtlich versucht das Unternehmen nun seinen Imagegewinn auszubauen, erklärte doch Firmenchef Evan Williams auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, man arbeite an einigen “interessanten Hacks” um die Zensurmaßnahmen von Regierungen umgehen zu können.

In seiner weiteren Rede klang ein gewisser, typisch amerikanischer Unterton mit, als er erklärte, die effektivste Lösung bestehe nicht im Versuch sich mit der Führung von Zensurstaaten zu arrangieren, da sich “deren ganzes Wesen sich gegen das richtet, was wir repräsentieren“, vielmehr müssten Umgehungsstrategien zur Überwindung von Zensurbarrieren gefunden werden.

Genauere Angaben wollte Williams nicht machen, da man den Geheimdiensten der entsprechenden Regierung die Gegenwehr nicht erleichtern wolle. Aus diesem Grund seien auch keine firmeneigenen Hacker mit der Aufgabe betraut worden.

Was sich hinter diesen Worten verbirgt – PR-Arbeit oder ernsthafte Absicht – bleibt abzuwarten.

Datenschutz-Suchmaschine nun auch mit Proxy

Donnerstag, 28. Januar 2010

Die datenschutzfreundliche Metasuchmaschine Ixquick dürfte den meisten Internetnutzern zumindest namentlich bekannt sein. Neben den bisherigen Features wie dem weitgehenden Verzicht auf Speicherung von Nutzerdaten und einer optional wählbaren SSL-Verschlüsselung der Suchanfrage, hat das Unternehmen aus den Niederlanden nun sein Angebot zur Privatsphäre schonenden Suche weiter ausgebaut.

Auf Wunsch können künftig Webseiten aus Suchergebnissen auch per suchmaschineneigenem Ixquick-Proxy aufgerufen werden, so dass Daten wie etwa die IP des Nutzers dem Inhaber der Domain bzw. dem Webseitenbetreiber unbekannt bleiben und die Suche zumindest pseudonymisiert wird.

Wie bei anderen Proxydiensten auch, führt die Nutzung dieser Einstellung zu geringfügig längeren Ladezeiten, diese sind jedoch weit entfernt von dem Schneckentempo mit dem sich Verbindungen über das Tor-Anonymisierungsnetzwerk mitunter aufbauen.

Eine anonymisierende Suchmaschine zu nutzen bietet sich vor allem für jene Datenschutz-Einsteiger an, die noch nicht über ausreichend Kenntnisse zur Nutzung von Anonymisierungsdiensten wie I2P verfügen, jedoch bereits ein gewisses Maß an Privatsphäre schätzen.

Mehr Informationen zu diesem Thema allgemein finden sich natürlich mit dem entsprechenden Suchbegriff, es gibt aber auch ein mit deutschen Untertiteln versehenes YouTube-Video über die anonymisierende Suchmaschine Ixquick in dem der neue Proxy-Service vorgestellt wird.

Trotzdem sei an dieser Stelle gesagt, dass es keinen Dienst gibt der hundertprozentige Sicherheit oder Anonymität im Internet bieten kann und jedes anders lautende Versprechen irreführend ist.

Weitere Kritik an proprietärer Flash-Freiheit

Mittwoch, 27. Januar 2010

Nach Mozilla hat nun auch der Hersteller des Browsers Opera Kritik an YouTubes künftigem Feature, Videos wahlweise auch ohne Flash sondern über den HTML5 Video-Tag laufen zu lassen, geäußert.

Kritikpunkt, der auch bei Vimeo verfügbaren Funktion, ist dabei die Verwendung des unfreien Codecs H.264  der aufgrund von Lizenzkosten bei Firefox und Opera nicht unterstützt wird und dessen unklares Lizenzmodell Spekulationen über spätere mögliche Kostenpflichtigkeit für Bereitstellung und Produktion Vorschub leistet.

Während Google versuchte die Bedenken zu beruhigen, indem versichert wurde, es handele sich bei der HTML5-Funktion lediglich um ein Experiment, wurden Forderungen laut, entsprechende Videos im freien Theora-Codec (Ogg-Containerformat) zu implementieren, um Lizenzprobleme und Beschränkungen von Künstlern zu vermeiden, zumal der Standard auch von anderen Browsern unterstützt wird.

Interessant dabei ist, dass es sich beim Opera-Browser um ein proprietäres Softwareprodukt handelt, das also weniger aus moralischen als vielmehr aus Kostengründen die entsprechende Umstellung auf den freien Codec fordert.

Wer sich von der Qualität des Theora-Formats überzeugen will, kann sich auf dem englischsprachigen Videoportal Theora Sea einen Eindruck über die sehr gute Qualität des Formats machen, die durch kontinuierliche Weiterentwicklung durchaus weiter steigen wird.

Yahoo Ubuntu

Mittwoch, 27. Januar 2010

In der, unter dem Namen “Lucid Lynx” angekündigten Version der GNU/Linux  Distribution Ubuntu soll die Standardsuchmaschine im Mozilla Firefox nicht länger Marktführer Google sein – vielmehr soll die Yahoo! Suche diesen Platz einnehmen.

So lauten jedenfalls die Aussagen des Leiters der Desktop-Entwicklung beim Ubuntu-Hersteller Canonical, Rick Spencer in der Ubuntu Entwickler Mailingliste. Die Zusammenarbeit hat im wesentlichen wirtschaftliche Gründe, von denen die Ubuntu-Entwicklung profitieren soll.

Selbstverständlich besteht jedoch kein irgendwie gearteter Zwang die Standardeinstellungen beibehalten zu müssen – Suchfeld und Startseite lassen sich problemlos auch auf andere Suchmaschinen wie Goole oder Ixquick ändern.

Unternehmen zur Rechtslage im Netz

Dienstag, 26. Januar 2010

Während Google damit zu kämpfen hat, einerseits als Vorreiter der Anti-China-Zensur zu gelten, andererseits aber natürlich den potentiellen Markt China nicht verlieren will, äußern sich andere Unternehmen sehr unterschiedlich zum Themenkomplex Internetfreiheit und rechtliche Regelungen.

Während Microsoft-Chef Bill Gates erklärte, die Zensur in China sei “sehr begrenzt” und man habe sich eben örtlich geltendem Recht zu beugen, wenn man dort Geschäfte machen wolle, äußerte sich die Mozilla Foundation deutlich gegenteilig. Mitchell Baker von Mozillas Führungsspitze erklärte, das Internet müsse frei bleiben, geltende Gesetze würden jedoch offene Netzwerke behindern und einschränken, unsinnige Regulierungen würden auch der Wirtschaft schaden.

Baker führte als Vergleich an, dass den allgemeinen Vorgaben folgend, eine Stadt sicher stellen müsste (und haftbar wäre), dass auf den Straßen keine kriminellen Handlungen geschehen würden, was sowohl unmöglich als auch unsinnig wäre.

Der englischsprachige Artikel der SeattlePI ist durchaus lesenswert.

Freies Softwareportal gegen die Freiheit

Dienstag, 26. Januar 2010

Der wichtigste Grundsatz freier Software lautet “Free as in Freedom” und umso bestürzender ist es, wenn mit Sourceforge ausgerechnet ein Portal für quelloffene Software angibt, diesem Grundsatz aufgrund lokaler Gesetze nicht mehr treu sein zu können.

Tatsächlich klingt es wie ein schlechter Scherz: Während die US-Außenministerin Clinton unter anderem von der Volksrepublik China unzensierten Internetzugang verlangt und in einer Rede den weltweiten freien Zugang zum Internet fordert, wird Benutzern aus bestimmten Ländern der Zugriff auf das in den USA gehostete Portal verwehrt.

Sourceforge bedauert in einem Blogeintrag die Sperrung von Zugriffen aus Kuba, dem Iran, Norkorea, dem Sudan und Syrien durchführen zu müssen, man beuge sich damit jedoch dem geltenden Gesetz der USA und dessen Regelung gegenüber den so genannten “Schurkenstaaten”.

Zur Lösung des Problems verweist man bei Sourceforge auf eine ungewisse Zukunft indem man erklärt, der Zugriff müsse gesperrt bleiben, bis sich die politische Führung der beteiligten Länder, oder die Haltung der USA gegenüber diesen Ländern geändert habe und die Regelung deswegen aufgehoben werden könne.

Ganz offensichtlich strebt Sourceforge also keinen Rechtsstreit gegen die US-regierung an, in dem für die Rechte der Nutzer, wie sie in der GNU GPL festgelegt sind, gekämpft werden würde.