Archiv für Juli 2009

Cuil will cool werden

Dienstag, 28. Juli 2009

Im Laufe der Berichte über die Grabenkämpfe zwischen Google und Microsoft sind, neben der Yahoo! Search andere Suchmaschinen weniger in den Medien präsent gewesen.

Mit dem Anspruch und einem dreimal größeren Index dem übermächtigen Konkurrenten Google entgegen treten zu können, ging die Suchmaschine mit dem gälischen Namen an den Start. Durch die mangelnde Relevanz besonders deutschsprachiger Suchergebnisse, wurde Cuil jedoch schnell wieder unpopulär.

Nun versucht Cuil durch die zusätzliche Nutzung von Social Media Features sein Image, den Funktionsumfang und die Benutzerzahlen aufzuwerten.

Hat der Benutzer eines Social Networks zuvor der Suchmaschine gestattet auf seinen jeweiligen Account zuzugreifen (man denke hierbei an den Datenschutz) können auf Wunsch neben den Standard-Suchergebnissen nun in einem Extrafenster auch Profile bei MySpace und Twitter-Meldungen angezeigt werden.

Ob diese Funktionserweiterung (zuvor waren “Timeline” und “Mapline” eingefügt worden, mit denen sich Suchergebnisse chronologisch bzw. auf einer Karte geografisch darstellen lassen, was Geschichtsfreunde ebenso interessieren könnte wie Kultur-Touristen) allerdings ausreicht um jetzt einen Vorstoß zu schaffen bleibt dennoch fraglich.

Netz-Oldies holen auf

Dienstag, 28. Juli 2009

Um unter anderem einen Eindruck vom Altersspektrum der Benutzer zu erlangen hat Vodafone Deutschland das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid in einer repräsentativen Umfrage 1001 Personen mit Internetzugang befragen lassen.

Zwar sind demzufolge die über Sechzigjährigen weniger in sozialen Netzwerken präsent, so dass in dieser Altersklasse statistisch 95% bei keinem der sozialen Netzwerke registriert sind, anders sieht es jedoch bei den “jüngeren Älteren” aus.

In der Altersgruppe der 50 bis 59jährigen deutschen Internetnutzer haben bereits 62% Texte, Bild- oder Multimedia-Inhalte wie Musikstücke oder Filme online veröffentlicht. Immerhin 31% gaben an, Mitglied einer Social Community zu sein.

Diese Zahlen zeigen, dass die Zahl der so genannten “Silver Surfer” nicht zu unterschätzen ist und es sich für Online-Dienstleister durchaus lohnen könnte, ihre Internet-Präsenzen auch für ältere Menschen barrierefreier zu gestalten.

Die MySpace Webmail kommt

Dienstag, 28. Juli 2009

Eine einheitliche Corporate Identity ist wichtig und User haben es gerne All-in-One. Das sind vermutlich nur zwei der Gründe weshalb das Social Network MySpace nun bekannt gab, man plane einen eigenen Webmail-Dienst zu starten.

Bereits in wenigen tagen soll MySpace Mail erstmals verfügbar sein, so jedenfalls die Informationen der Nachrichtenseite paidContent. Für die insgesamt etwa 130 Millionen Mitglieder, soll die MySpace-E-mail (nutzername@myspace.com) die passende Ergänzung zum netzwerkeigenen Instant Messaging Dienst darstellen.

Ein Vorteil besteht nachvollziehbarer weise darin, für eine weitere Kontaktaufnahme nicht seine privaten GMX oder Web.de E-Mail-Adressen weitergeben zu müssen, sondern die neutrale @myspace.com genutzt werden kann, was auch die Spamflut auf das eigene Postfach mindern könnte (und der nächste MySpace-Wurm nur den Netzwerk-Account befällt ;) ).

Für das Unternehmen bietet der Webmail-Dienst ebenfalls Vorteile, der größte dürfte vermutlich sein, dass alle Benutzerdaten in der Hand von MySpace verbleiben und Informationen nicht durch andere Kanäle (wie bisherige eigene E-Mail-Adressen) gelangen. Ob und wenn ja in welcher Weise dieser Fakt ausgenutzt werden wird, ist noch unklar.

Yahoo Bing Boo?

Dienstag, 28. Juli 2009

Im Juni 2009 prognostizierte die Yahoo!-Chefin Carol Bertz direkt nach der Veröffentlichung der neuen Microsoft-Suchmaschine Bing derselben nur eine kurze Lebensdauer. Allerdings räumte sie ein, dass eine Partnerschaft der beiden Suchmaschinen Yahoo! finanziell deutlich entlasten würde. So wäre das Unternehmen in der Lage etwa bei den Kosten für personal und Server etwa 500 bis 700 Millionen US-Dollar einsparen zu können.

Nun, einen Monat später sind deutlich andere Töne zu vernehmen. Dieselbe Carol Bertz die der Microsoft-Suchmaschine nur wenig Marktmacht vorausgesagt hatte, lobte nun das Konkurrenzprodukt, es sei professionell entwickelt worden, Microsoft habe diesbezüglich gute Arbeit geleistet und ein entsprechendes Produkt geschaffen.

Zwar schränkte sie nach wie vor ein, Bing sei noch nicht lange genug auf dem Markt um über Erfolg oder Misserfolg reden zu können, manche Fachleute werten diese ungewöhnlich freundlichen Töne als Zeichen für eine positive Fortführung der Verhandlungsgespräche zum Verkauf von Yahoo! Search an Microsoft.

Twitter erklärt Fortschrittswillen

Dienstag, 28. Juli 2009

Wie längst zu erwarten gewesen wäre, hat Twitter nun die Bedeutung der unlängst gestohlenen und veröffentlichten Dokumente relativiert. Es habe sich bei dem Material lediglich um Gedankenspiele gehandelt deren einzige Bedeutung darin liege, dass sie die längerfristig ausgerichtete Planung des Unternehmens gezeigt hätten, erklärte Twitter-Mitbegründer Biz Stone in einem Interview auf dem Kongress “Brainstorm:Tech“.

Twitter habe für die Zukunft weitere ambitionierte Ziele, bislang sei lediglich ein Prozent der gesteckten Ziele erreicht. Unter anderem gehört zu der kontinuierlichen Entwicklung auch die Präsentation einer neuen Twitter-Startseite, die nach ersten Angaben bereits in der nächsten Woche online gehen soll. Unter anderem werde dort neben einer Suchfunktion auch die Möglichkeit geboten, ohne bestehenden Account gewissermaßen probezutwittern. An Unternehmen richtet sich Twitter mit einer Unterseite, auf denen Firmen die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten für Geschäftskunden vermittelt bekommen.

Trotz aller ehrgeizigen Pläne – angesichts der Tatsache, dass laut einer Umfrage zwar 70% der Internetnutzer in Deutschland den Dienst kennen, andererseits aber nur 16% das Angebot aktiv nutzen, sollte somit eines der ersten Ziele sein, Twitter auch für den Durchschnitts-Surfer attraktiver zu machen.

Contentklau kriegt Konkurrenz

Dienstag, 28. Juli 2009

Die unautorisierte Veröffentlichung von urheberrechtsgeschütztem Material und deren Verwendung zu eigenen Zwecken ist ein vornehmlich wirtschaftliches Problem, von dem auch die qualitativ hochwertige Arbeit professioneller Journalisten betroffen ist.

Zu dieser Erkenntnis gelangte nun die Nachrichtenagentur AP (Associated Press) und folgt damit nicht nur lediglich den Vorgaben der Agenturen AFP und dpa, sondern hat auch eine vergleichbare Lösungsstrategie zur Hand.

Um Content-Diebstahl in Zukunft leichter entdecken und im Anschluss daran entsprechende Maßnahmen treffen zu können, entwickelt AP eine Software anhand derer unrechtmäßig genutzte eigene Inhalte auf Fremdwebsites entdeckt und identifiziert werden können.

Dieses Programm, dass den Namen “New Registry” tragen soll, wird durch ein Signal ergänzt, dass in alle künftig online erscheinenden Meldungen implementiert wird. Das Signal meldet der Agentur wenn die Textinhalte aufgerufen werden.

Die Einführung dieser Content-Überwachungsmaßnahme soll im November 2009 stattfinden und sich zunächst lediglich auf Texte der AP erstrecken. Bild- und Videomaterial sollen dann baldmöglichst in entsprechend angepasster Form ebenfalls vor Content-Diebstahl geschützt werden.

Fazit: Content ist nach wie vor King – es sollte jedoch schon uniquer content aus eigener Feder sein. ;)

Video-Werbung kommt an.

Dienstag, 28. Juli 2009

Blinkende Werbebanner haben ausgedient, Multimedia-Inhalte dagegen im kommen. Das scheint auch die Studie “Erfolgsfaktoren von Online Video Ads” der Forschungsgemeinschaft “Zukunft Digital” zu belegen, die unter anderem im Auftrag des Burda Community Network (BCN), der Plan Net Gruppe sowie Anderer erstellt wurde.

Den Probanden der Studie wurden verschiedene Video-Ads namhafter Hersteller der Lebensmittelbranche , unter anderem auch Coca-Cola und Jägermeister gezeigt. Per Panel-Befragung konnten sie nun die positiven Eigenschaften der Werbung benennen.

Besonders wichtig ist bei Video-Werbung für Benutzer der Humor des gezeigten Angebots (26%), sowie die Möglichkeit das Video vorzuspulen oder anzuhalten (24%).

Dabei handelt es sich um ein Feature, das weder Anzeigen noch Bannerwerbung bieten können und so könnte ein großer Teil der Akzeptanz von Video-Ads durch den Benutzer vor allem auf der Möglichkeit der einfachen Einflussnahme (spulen bzw. abbrechen des Videos) zurückzuführen ist.

Anklang fand auch, wenn der jeweilige Video-Clip kürzer als ein einzelner Werbespot war (20%). Der Unterschied zwischen einem Video-Clip und einem TV-Werbeblock war jedoch das unwichtigste Bewertungskriterium (3%)

Übrige Angaben denen eher mäßige Bedeutung beigemessen wurden, waren die freie Verfügbarkeit (12%) interessanter Inhalt, im Vergleich zum Fernsehen (8%) und, für Werbende erst einmal ernüchternd die Möglichkeit Informationen über das produkt zu erhalten (9%)

Doch auch wenn gerade einmal neun Prozent die unmittelbare Produktinformation durch die Video-Ads schätzen – mit entsprechend pfiffigen viralen Werbespots lassen sich Bekanntheit und Popularität des Produkts und dessen Unternehmens steigern.

Verweilen ist seliger denn Klicken

Dienstag, 28. Juli 2009

Jeder ernsthafte Webmaster weiß es bereits seit langem und jeder professionelle SEO-Dienstleiter ebenfalls: Während besonders private Webseiten es nach wie vor oft nur auf hohe Klickraten und Unique Visitors abgesehen haben, ist das Ziel für die oben genannte Gruppe mittlerweile ein anderes: Möglichst ausgewogene Verweildauer.

Zwischenzeitlich ist Online-Anbietern auch die kommerzielle Wichtigkeit der Verweildauer bewusst geworden, denn kein Unternehmen ist in der Lage Gewinne zu erzielen, wenn die Interaktion des Besuchers lediglich aus Aufrufen und sofortigen Verlassen der Webseite besteht.

Nun scheint in einer weiteren Marketing-Welle die Verweildauer zu einem immer größeren Kriterium zu werden. Dies liegt unter anderem an multimedialen Inhalten und Bewegtbildern, welche die Aufmerksamkeit des potentiellen Kunden nicht nur kurzzeitig wecken (wie die mittlerweile weitgehend aus der Mode gekommenen blinkenden Banner) sondern ihn zum längerfristigen bleiben animieren sollen.

Darüber hinaus sind Werbungen mit Videoinhalten zunehmend effektiver in der Kundengewinnung, auch wenn kein sofortiger Klick auf das entsprechende Angebot erfolgt.

Damit ist es aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Frage der Zeit, bis die Verweildauer der Nutzer ein wichtigeres Kriterium für erfolgreiche Werbekampagnen ist, als die reine Klickrate statischer Anzeigen oder Angebote.

Ein erster Blick auf die Social Media Analyse

Dienstag, 28. Juli 2009

Im Rahmen des Web 2.0 nimmt (angeblich) der Austausch der Internetnutzer untereinander zu. Ganz wie im realen Leben sind dort neben Trivialitäten und Stalking natürlich auch Unternehmen und deren Produkte regelmäßige Gesprächsthemen. Je populärer Portale wie MySpace, Facebook und YouTube werden, desto wichtiger ist es für Firmen dort ebenfalls Imagepflege zu betreiben.

Dazu wäre es natürlich am praktischsten, man hätte einen Dienst der die Gedanken der User lesen und aggregieren könnte. Doch auch wenn es einen solchen “Web 2.0 Gedankenlesedienst” noch nicht gibt, so besteht dennoch eine Möglichkeit die Ansichten und Meinungen der Benutzer von Social-Media-relevanten Angeboten zu erfassen.

Verschiedene kostenfreie als auch kostenpflichtige Anbieter offerieren entsprechende Angebote – so genannte Social Media Analysetools die dabei helfen, diese Trends zu erfassen.

Voraussetzung wie bei jeder Marketing-Analyse ist es natürlich, jeweils die Zielgruppe festzulegen. So macht es keinen Sinn als Vertreiber von LCD-Fernsehern die Meinung von Benutzern in themenfremden Foren wie etwa für Sanitärbedarf analysetechnisch einzuholen.

Auch Kosten/Nutzen-Verhältnis müssen wie üblich jeweils abgewogen werden – eine aufwendige Social-Media-Analyse eignet sich nur für Anbieter mit entsprechend ausgeprägtem Bekanntheitsgrad, für bislang wenig bekannte Unternehmen mit wenig Aufstiegsfaktor ist eine derartige Investition vermutlich weniger empfehlenswert.

Virtueller Verkauf generiert realen Umsatz

Dienstag, 28. Juli 2009

Tot gesagte leben länger, das gilt auch für virtuelle Welten wie Second Life. Auch wenn es nicht mehr ständig in den Medien präsent ist, so erfreut sich das Modell der 3-D-Welten anscheinend dennoch weiterhin einiger Beliebtheit.

Auch diese Communities als Plattformen für den verkauf von Waren zu nutzen ist keine neue Idee, schließlich fanden sich dort bereits virtuelle Warengeschäfte. Allerdings ergaben sich auch  Probleme im Bezug auf die Eigentumsrechte “virtueller Gegenstände”, also Objekte die zwar erworben wurden, aber keine reale Warenbestellung darstellen.  So gab es bereits Fälle in denen solche Gegenstände online “gestohlen” und um Strafverfolgung gebeten wurde.

Klassische Shops sind somit nicht unbedingt ein wirksames Mittel um reale Umsätze in virtuellen Gemeinschaften zu generieren. Als weitaus wirksamer hat sich das “Item Selling” erwiesen.

Facebook etwa zeigt was alles möglich ist, wenn das virtuelle Item Selling geschickt angewandt wird: Durch den Verkauf von Geschenkartikeln und Souvenirs wie Rosen, mit denen sich dortige Spieler gegenseitig beschenken können, wird laut Schätzungen der Business Week bereits in diesem Jahr ein Gesamtgewinn von 40 Millionen US-Dollar für Facebook dabei herausspringen.

In der deutschsprachigen Online-Welt ist dieser potentielle Markt praktisch noch gar nicht erschlossen – risikobereite Personen mit innovativen Ideen könnten sich somit eventuell rechtzeitig auf dem möglicherweise entstehenden Markt platzieren.