Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

MySpace beginnt Nutzerdatenverkauf

Mittwoch, 17. März 2010

Während andernorts noch vor den Gefahren für den Datenschutz gewarnt wird, der von Social Communities und sozialen Netzwerken ausgeht, hat bei MySpace der Verkauf der Kundendaten bereits begonnen.

MySpace bietet über das Unternehmen InfoChimps entsprechende Pakete mit Benutzerdaten zum Kauf an, die neben Fotos der Benutzer auch Informationen wie Namen, Postleitzahlen, Angaben zur Stimmungslage, verwendete Playlisten usw. enthalten.”

In dieser Form ging es durch die US-Presse und Benutzer auf der ganzen Welt waren verunsichert. Auch der Folgetext klang dramatisch:

“Diese Daten sind, entsprechend ausgewertet, für Marktforschung und Werbeunternehmen praktisch Gold wert – zu ihrem Vorteil jedoch weit günstiger als das Edelmetall zu erwerben. Bereits ab 10 US-$ ist eine solch unsortierte Datensammlung zu haben. Will man die Pakete sortierter haben, etwa lediglich Benutzerdaten aus einer bestimmten Gegend, so wird dies deutlich teurer – hier ist ab etwa 300,- US-$ Kosten zu rechnen.

Die Kosten dürften den Benutzer dabei wenig interessieren, die Vorstellung, dass seine Daten nun von Firmen auf der ganzen Welt gekauft und verwendet werden, könnte eher für schlaflose Nächte sorgen – und das nicht nur wegen möglicherweise einsetzender E-Mail-Spamflut.”

Doch es kann zumindest teilweise Entwarnung gegeben werden: So dramatisch wie es die US-Medien zunächst darstellten ist es (noch) nicht – lediglich öffentlich verfügbares Material – nämlich Status-Updates, Musik, Fotos und Videos, die von den MySpace-Usern im Rahmen des “Neuigkeiten-Streams” ohnehin öffentlich gemacht wurden fänden Verwendung. Auch stünde kein Daten-Ausverkauf hinter den Vorgängen.

Diese Meldung zeigt, dass Berichterstattung stets kritisch gesehen werden muss – und nicht jeder Datenschutz-Alptraum über Nacht wahr wird.

Dennoch zeigen die teilweise extremen Reaktionen auf die Meldung, welch sensibler Nerv durch die Meldungen getroffen worden war – eventuell wird nun so mancher seine Datenpreisgabe überdenken. ;)

Google Chrome als Datenschutzbrowser

Dienstag, 02. März 2010

Es scheint so, als wollten die deutschen Internetnutzer nicht so recht warm werden mit Google Chrome. Zwar wird von Anwendern die Geschwindigkeit und das sparsame Design gelobt, allerdings sind es vor allem Datenschutzbedenken, die den Verbreitungsgrad des Browsers bislang ausbremsten.

Google will diesen Umstand nun ändern und startet eine wahre Datenschutz-Offensive. Nicht allein dass die Chrome-ID abgeschafft werden soll, da sie zur Erfassung der Nutzerzahlen nicht länger erforderlich wäre.

Tatsächlich soll Google Chrome der Datenschutz-Browser schlechthin werden und damit die Konkurrenz ausstechen. So kann der Benutzer künftig ganz gezielt für jede einzelne Webseite festlegen, welche Cookies er zulassen möchte, ob der Webseite das ausführen von Javascript oder das Anzeigen von Bildern erlaubt werden soll.

Der Firefox ermöglicht durch entsprechende Add-Ons zwar grundsätzlich ähnliche Funktionen (NoScript. AdBlock usw.) allerdings nicht in dieser Feinabstimmung wie sie Google Chrome künftig bieten will.

Wie die Nutzer dieses Browserverhalten aufnehmen werden ist noch nicht gänzlich klar – viele Benutzer könnten die Optionsvielfalt als lästig empfinden und jeder der schon durch Hinweisbalken mit Texten wie “Wollen Sie Cookies für diese Webseite zulassen” genervt wurde, kann das sicher nachvollziehen. Es bleibt also abzuwarten wie Google sich dieses Problems annimmt.

Bisherige Form der Vorratsdatenspeicherung verboten

Dienstag, 02. März 2010

Datenschützer aus Deutschland und ganz Europa werden heute wenigstens ein klein wenig anstoßen – zwar ist das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung nicht gänzlich für illegal befunden worden, wie es sich viele gewünscht hatten – allerdings hat am heutigen Dienstag das Bundesverfassungsgericht die bisherige Form des Gesetzes für verfassungswidrig erklärt.

Bis zu einer Anpassung welche dem Grundgesetz und der Verfassung entspricht, ist das Gesetz auszusetzen, die sofortige Löschung aller bislang auf Vorrat gespeicherten Daten wurde angeordnet.

Was Mitglieder von Arbeitskreisen und Vereinen zum Thema Datenschutz ebenso freut wie Angehörige einiger Parteien und den ganz normalen, auf Privatsphäre bedachten “Durchschnittsbürger”, sorgt andernorts für Unmut und Vorwürfe.

So sieht sich die Union um die Früchte ihrer “Sicherheitspolitik” gebracht, die Auseinandersetzungen mit Bürgerechtlern gingen somit zu Ungunsten der Parteien aus, welche bislang eine Überwachung des Nutzers von (Mobil-) Telefon und Internet erreicht hatten.

Aber nicht nur die Politik spricht von angeblichen Rückschlägen für die Sicherheit der Bürger, auch diverse Verbände der Strafverfolgungsbehörden und der Polizei äußern sich bestürzt und sogar erzürnt über das Urteil.

Pathetisch wird nun erklärt, man könne den Bürger nicht länger vor Terrorismus und Anschlägen schützen, das Urteil sei ein Sieg für Kriminelle, da die Polizei eines wichtigen Ermittlungswerkzeugs beraubt worden wäre  und ähnliche überzogene Aussagen mehr.

Fakt ist jedenfalls: Die Petitionen und Verfassungsbeschwerden haben den Volkeswillen deutlich gemacht und offensichtlich ist dem mündigen Bürger die Freiheit und Privatsphäre seiner Kommunikation wichtiger, als sich vor hypothetischen Anschlägen schützen und von unsinnigen Terrorwarnungen ins Bockshorn jagen zu lassen.

Neues um Google Picasa

Donnerstag, 25. Februar 2010

Googles Bilderdienst Picasa wartet mit Neuerungen auf. So wurde eine Sicherheitslücke geschlossen, auf die der Sicherheitsdienstleister Secunia hingewiesen hatte und bei der durch präparierte JPEG-Bilder Windows-Rechner kompromittiert werden könnten. Allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass diese Schwachstelle bereits aktiv ausgenutzt worden wäre. Empfehlenswert ist somit ein Update auf die neuste Version.

Ein Update lohnt sich außerdem noch aus einem weiteren Grund: Ab der aktuellen Version 3.6 ist der Foto-Hosting-Dienst von Google auch in deutscher Sprache verfügbar. Neu  hinzugekommen sind dann auch die Funktionen zum Namens-Tagging und Geo-Tagging von Fotos.

Boost bei Twitter und Facebook

Dienstag, 23. Februar 2010

Das soziale Netzwerk Facebook und der Mikroblogging-Dienst Twitter erlebten bereits im vergangenen Jahr einen sprunghaften Anstieg in der Nutzung ihrer Angebote. So nahm die Verwendung beider Dienste bereits im Dezember 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 82 Prozent zu.

Offiziellen Zahlen des Twitter-Blogs zufolge werden täglich 50 Millionen Tweets beim Mikroblogging-Dienst versandt, das entspricht 600 Tweets pro Sekunde. Dabei wurden Spam-Tweets bereits von der Beurteilung ausgenommen, andernfalls würde das Ergebnis sicher noch höher liegen.

Die Verwendung dieser Angebote des Web 2.0 ist vor allem in den USA, Japan und Brasilien beliebt, daher verwundert es auch nicht, dass die meisten Nutzer sozialer Netzwerke aus eben diesen Ländern stammen. Deutschland schafft es dabei immerhin auf Platz fünf.

Wie lange und in welchem Maße der Anstieg bestehen wird, darüber wird unter Experten immer noch diskutiert, gibt es doch nach wie vor Analysten die zumindest dem Mikroblogging-Dienst keine lange Lebenszeit prognostizieren.

Bundespräsident winkt Internetzensurgesetz durch

Mittwoch, 17. Februar 2010

Zur großen Überraschung und Enttäuschung vieler Bürger hat Bundespräsident Horst Köhler am heutigen Tag das mehr als nur umstrittene “Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen” unterschrieben. Es habe aus seiner Sicht keine “durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken” gegen das Gesetz gegeben.

Dieser Entschluss ist aus mehreren Gründen nur als grotesk zu bezeichnen.

  • gegen dieses Gesetz war mit 134.014 Stimmen die bislang größte Online-Petition in Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet worden. Durch die Entscheidung des Bundespräsidenten wird somit der Volkeswillen mit Füßen getreten.
  • Die Bundesregierung war zwischenzeitlich selbst von den Plänen abgekommen, hatte sich der von Kritikern zuvor bereits geforderten Maxime “Löschen statt sperren” angeschlossen und das Gesetz daraufhin ein Jahr ausgesetzt. Außerdem sei eine (noch nicht veröffentlichte) Stellungnahme der Bundesregierung erfolgt in der diese von der Absegnung des Gesetzes abrät. Somit ignoriert der Bundespräsident auch Einwände der Parteien.

Die Folgen dieses Beschlusses sehen nun wie folgt aus:

  • das Gesetz tritt zunächst in Kraft. Allerdings sollen die darin enthaltenen Sperrungen nicht durchgeführt werden, es soll also nur pro forma gelten. Was von diesen Behauptungen zu halten ist, wird sich leider erst zeigen müssen.
  • Gegenmaßnahme wäre nun Antrag und Beschluss eines entsprechenden Aufhebungsgesetzes, die von der Opposition gefordert werden kann, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Union diesen Antrag ablehnen würde, weil sie zu stolz ist Fehler einzugestehen und nicht den Schneid hat, diese rückgängig zu machen

Soweit zur Lage der Nation…

Evangelische Weihnachten am PC

Montag, 21. Dezember 2009

Weihnachten hat zwar längst nicht mehr für alle die ursprüngliche religiöse Bedeutung, ein traditionelles Familienfest ist es jedoch bis heute meist geblieben.

Wo sich die gesamte Familie, möglicherweise über mehrere Generationen hinweg zusammenfindet, treffen oft auch Welten aufeinander und es zeigt sich mitunter
sogar eher eine Kluft als Gemeinsamkeiten in der Familie.

Das hat offenbar auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erkannt und so rief deren Medienbeauftragter Oberkirchenrat Markus Bräuer die älteren Generationen dazu auf, gemeinsam mit ihren Kindern und Enkeln zu spielen – ach an Computer und Spielekonsole:

Spielen Sie selbst, und spielen Sie mit Ihren Kindern oder Enkeln! Auch wenn Sie wahrscheinlich dauernd verlieren werden, es macht Spaß

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. :D

Wut durch Online-Desorientierung

Freitag, 09. Oktober 2009

Ein Popup verdeckt die Webseite, Drop-Down-Menüs die auf und ab rollen, Werbebanner die blinken, unklare Strukturen – schlechte Webseiten auf denen die Toleranz und die Orientierungsfähigkeit der Besucher auf die Probe gestellt wird, gibt es trotz moderner Content-Management-Systeme immer noch mehr als genug.

Der Benutzer hat also berechtigten Grund zur Wut, wenn er sich nicht zurecht findet – und sagt es auch. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Bitkom unter 1005 Personen.

So gaben 30% der Befragten an, sie würden trotz des Eindrucks die gesuchte Information sei verfügbar, selbige nicht finden. Als besonders ablenkend nennen ein Drittel der Nutzer Elemente wie Banner, animierte Inhalte und Popups.

Interessant sind auch die statistischen Erhebungen zu Frustration und Aggression.

Das es so etwas wie die “Altersmilde” auch bei Online-Anwendern geben könnte, zeigt der unterschiedliche Verärgerungsgrad bei Jung und Alt. Während in der Altersgruppe von 14 -29 Jahren sich insgesam 29% nach eigenen Angaben sehr häufig sehr stark über den eigenen Computer ärgern, sind es bei den “Silver Surfern” ab 60 lediglich 10%

Weibliche Anwender sind offenbar cholerischer und verspüren regelmäßiger den Wunsch ihren PC aus dem Fenster zu werfen (23%), als männliche Nutzer, bei denen der Wunsch nur halb so stark ausgeprägt ist.

Doch BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer hat diesbezüglich einen wichtigen Rat um die gesundheitlichen Folgen von PC-Frust so gering wie möglich zu halten:

Wir empfehlen allen Nutzern dringend, von PC-Fensterwürfen Abstand zu nehmen, um Dritte nicht zu gefährden